„Die Welt verändert sich durch dein Vorbild
und nicht durch deine Meinung.“
(Paulo Coelho)
Die Kleinstadt Endingen, Ausgangspunkt unserer Wanderung, liegt im Norden des Kaiserstuhls, welcher zu den wärmsten Regionen Deutschlands zählt. Aufgrund seines mediterranen Klimas eigent sich der Kaiserstuhl nicht nur zum Anbau von gutem Wein, sondern auch zum Wandern, wenn der Frühling anderso noch in den Kinderschuhen steckt.
Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof in Endingen und führt uns über die Üsenberger Straße und das St.-Jakobs-Gässli in Richtung Neulindenpfad. Hierbei laufen wir durch die mittelalterliche Altstadt Endingens, in der 1751 einer der letzten Hexenprozesse in Europa stattfand. In Endingen wird zudem Tradition groß geschrieben; altes Brauchtum hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Seit Jahrhunderten wird in Endingen an Heiligabend während des Schlagens der Kirchenglocken zur Mitternacht aus den vielfach vorhandenen Brunnen das fließende Wasser geholt und als „Heiliwog“ getrunken. Die Liebe zur Tradition findet man auch in den vielen Museen im Ortskern wieder, wie z.B. dem Käserei-Museum oder dem Vorderösterreich-Museum, in dem die Geschichte Endingens Interessieren nahe gebracht wird.
Am Lindenplatz biegen wir rechts in die Stollbruckstraße ab und kommen nun zum Gasthaus Schützen. Am steinernen Kreuz gegenüber des Gasthauses halten wir uns rechts in Richtung Augusta-Weg. Wir befinden uns nun auf dem Kirschbaumpfad (Markierung: gelbe Raute). Zügig verlassen wir den Ort und gehen nun durch Lösshohlwege leicht bergauf in den Wald hinein. Der breite Forstweg führt uns ca. 2 Kilometer weiter, bis wir die Amolter Heide erreichen.

Die Amolter Heide ist das älteste Naturschutzgebiet im Kaiserstuhl. Hier finden sich eine Vielzahl von geschützen Pflanzen, wie z.B. Sonnenröschen und Affenknabenkraut. Zudem erfreuen sich zahlreiche Vögel und Schmetterlinge an dieser exponierten Lage. Auf einer Bank machen wir Rast und genießen den Ausblick auf die Amolter Heide und den Vogesen.

Der Kirschbaumpfad führt uns nun in weiten Kehren hinab nach Amoltern, meinem Lieblingsort im Kaiserstuhl. Er ist einer der kleinsten Orte im Kaiserstuhl, etwa 400 Einwohner wohnen in dem abgeschiedenen Dorf, in welches nur eine einzige Straße führt. In der Nähe des Friedhofs biegen wir rechts auf den Bücheweg ab. Nach ein paar Metern halten wir uns links in den Heideweg, welchen wir ebenfalls nach ein paar Metern in Richtung St. Katharinenweg verlassen. Bevor wir in den St. Katharinenweg abbiegen, haben wir noch eine tolle Sicht auf die Kirche St. Vitus, welche im Jahr 1832 im klassizistischen Weinbrenner-Stil erbaut wurde.

Wir folgen dem Weg durch den Wald stets bergauf in Richtung Katharinenberg, einer 492 Meter hohen Erhebung am Kaiserstuhl. Oben angekommen, entdecken wir die Kaiserstühler Katharinenkapelle von 1862, einem beliebtem Ausflugsziel für Wanderer. Doch nicht nur das: vor der Kapelle sind Bierbänke aufgebaut und aus einer kleinen Hütte werden kalte Getränke gereicht. Das angebotene Ambiente lädt zu einer weiteren Rast ein und die kalten Getränke sind nach dem steilen Aufstieg zur Kapelle genau richtig, um den Durst zu stillen. Das Ganze wird noch durch die wärmenden Sonnenstrahlen gekrönt, welche auf den Kapellenvorplatz scheinen.
Nach der Pause nehmen wir den Kaiserstuhlpfad (Markierung: gelbe Raute), welcher uns bergabwärts führt. Wir verlassen den Wald und befinden uns nun in den Weinbergen oberhalb Endingens. Hier gestaltet sich die Wegeführung etwas kompliziet, jedoch finden wir bald unser nächstes Etappenziel, das Erleloch. Als Erleloch bezeichnet man einen dunklen, geheimnisvollen und rund 100 Meter langen gemauerten Lössgang durch den Brüstleberg. Die Durchquerung des Erlelochs ist vor allem ohne Taschenlampe ein besonderes Erlebnis für Groß und Klein, da man erst ab der Mitte des Tunnels wieder das Licht des Ausganges sehen kann. Der Lössgang wurde 1788 als Kanal gegraben und diente der Stadt Endingen zur besserern Wasserversorgung.


Der Kaiserstuhlpfad führt uns nun durch das Erletal in Richtung Erleweiher. An warmen Sommertagen lädt der Weiher zu einer Abkühlung nach der Wanderung ein. Am Erleweiher biegen wir auf die Straße Im Erle ab und folgen dieser bis zum Gasthaus Schützen, welches uns bereits vom Anfang unserer Wanderung bekannt ist. Ab hier geht es nun auf gleichem Wege zurück zum Bahnhof. Bevor wir die Wanderung jedoch beenden, kehren wir im Ortskern von Endingen auf ein erfrischendes Glas Weißwein (natürlich von der hiesigen Winzergenossenschaft) ein.

Informationen zur Wanderung:
Mit dem Auto erfolgt die Anfahrt nach Endingen von der A5 (Ausfahrt Riegel) auf der L113 nach Westen bis nach Endingen, oder man nimmt in Riegel die L116, ehe man in die Endinger Str. und im Anschluss in die Riegeler Str. abbiegt. Ab Freiburg bestehen nach Endingen zudem gute Zugverbindungen, z.B. Linie S11 (Direktverbindung) oder die RB 27 nach Riegel-Malterdingen, wo man in die SWE S5 nach Endingen umsteigen kann.
| Ausgangspunkt | Bahnhof Endingen, Carl-Loesch-Str., 79346 Endingen am Kaiserstuhl |
| Gesamtlänge | 10 Kilomter |
| ungefähre Dauer | 3 Stunden |
| Anstiege | je 350 Meter bergauf- bzw. bergabwärts |
| Schwierigkeitsgrad | mittel |
| Anforderung | mittelschwere Wanderung auf gut markierten Naturwegen und Asphaltstraßen. Aufgrund der Anstiege ist eine gewisse Grundkondition erforderlich. Festes Schuhwerk wird empfohlen. |
| Einkehr | In Endingen locken zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, z.B. das Städtli Café, Marktplatz 12, 79346 Endingen (http://staedtli-cafe.eatbu.com/). |
Viel Wandern macht durstig 😂 dem kann ich nur zustimmen. Danke für den tollen Beitrag. Herzliche Grüße aus Limburg
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Danke und liebe Grüße zurück 😊
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