Wandern am Kaiserstuhl: Auf der Suche nach Frühling am Badberg

„Das Schöne am Frühling ist,

dass er immer dann kommt,

wenn man ihn am dringendsten braucht.“

(Jean Paul)

Der Badberg, im Mitten des Kaiserstuhls gelegen, ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer aus Freiburg und Umgebung geworden. Dies liegt nicht nur am tollen Ausblick, welcher bis zu den Vogesen reicht, sondern auch daran, dass man auf seinem markanten runden Gipfeln, der aus Halbtrockenrasen besteht, viele seltene, wärmeliebende Pflanzen und Tiere, wie beispielsweise die Gottesanbeterin oder die Smaragdeidechse, entdecken kann. Im Sommer ist es hier so warm, dass der Boden am Südhang an sonnigen Tagen manchmal Temperaturen von bis zu 70°C erreichen kann. Anfang März, ist von dem im rund 65 Hektar großen Naturschutzgebiet noch nichts zu sehen, ein Besuch lohnt sich trotzdem.

Frühlingsbeginn in Oberbergen

Wir beginnen unsere Wanderung am Wanderparkplatz an der Mondhalde am Ortsrand von Oberbergen. In spitzen Kehren führt uns ein gepflasterter Weg steil hinauf zum Gelände des Badbergs. Mit jedem Schritt öffnet sich der Blick über Oberbergen, Oberrotweil bis hin zu den Vogesen. Auch das Weingut Franz Keller, welches perfekt mit der Natur verschmilzt, ist gut zu erkennen.

Kunst am Wegesrand
Blick auf Oberbergen

Langsam geht der Weg in ein Trampelpfad auf offenen Wiesen- und Rasenflächen über. Zu beiden Seiten des Weges finden sich die typischen Kulturlandschaften des Kaiserstuhls mit den charakteristischen Rebhängen und Obstbaumparzellen. Auf rechter Seite zeigen sich zudem die höchsten Gipfel des Schwarzwalds in ihrer vollen, teilweise noch schneebedeckten, Pracht. Obwohl wir einigen Wanderer begegnen, ist es hier oben herrlich ruhig. Lediglich der leichte Wind bläst uns um die Ohren und mischt sich mit dem Vogelgezwitscher in der Luft.

Blick auf den Schwarzwald
Der Badbergkamm

Der Pfad zieht sich über den Badbergkamm hinab zu einem Picknickplatz am Schelinger Kreuz. Danach verläuft der Weg wieder leicht ansteigend am Rande der Haselschacher Buck hinauf bis zur Verzweigung an den Schofmatten. Hier halten wir uns schräg links in Richtung Degenmatten. Als Degenmatten bezeichnet man eine rund 463 Meter hohe Anhöhe im Naturschutzgebiet Haselschacher Buck zwischen Altvogtsburg und Schelingen im Kaiserstuhl. Am höchsten Punkt bietet sich nicht nur eine Sitzgelegenheit, sondern auch ein toller Ausblick auf das Innere des Kaiserstuhls, Richtung Eichelspitze, Totenkopf (557m), Rheinebene und Schelingen. Die Aussicht lockt viele Wanderer und Spaziergänger mit Kindern an, welche es sich auf Picknickdecken gemütlich gemacht haben.

Knospen überall

An den Degenmatten biegen wir links auf den Neulindenpfad in Richtung Katharinenkapelle ab. Der Weg führt uns nun abwechselnd über weite Wiesenflächen und durch einen Buchenwald. Am Bahlinger Eck, einem Wanderparkplatz, überqueren wir die Landstraße und befinden uns danach gleich wieder inmitten der Natur. Am Wegesrand kann man beobachten, wie die Natur langsam auf ihrem Winterschlaf erwacht. Zarte Knopsen bilden sich an den Ästen der Bäumen und Hecken. Bald wird hier alles in einem leuchtenden Grün erscheinen.

Eine Küchenschelle

Stets unser nächstes Etappenziel, nämlich die Katahrinenkapelle, im Kopf, folgen wir dem Neulindenpfad immer weiter. Der Weg ist gut markiert, ein Verlaufen so gut wie ausgeschlossen. Kurz vor der Kapelle müssen wir steil durch einen Wald hinaufsteigen, ehe wir auf dem Katharinenberg ankommen. Sehr zu unserer Freude stehen Bierbänke und -tische bereit und das Kiosk, welches wir bereits von unserem ersten Besuch auf dem Katharinenberg kennen, ist geöffnet. Wir beschließen hier einzukehren und genehmigen uns, nach einem Blick in die Kapelle, ein Glas Wein und ein kühles Bier. Es herrscht reges Treiben: Wandergruppen und Radfahrer genießen das gute Wetter und unterhalten sich angeregt.

Die Katharinenkapelle von innen

Zufrieden setzen wir unsere Runde fort und halten uns links. Ein Pfad führt steil durch den Wald abwärts bis zur Schelinger Viehweide. Hier werden ganzjährig Schafe, Ziegen und Rinder gehalten. Träge beobachten uns in der Ferne eine paar Kühe, als wir an ihrem Weidezaun wieder leicht bergauf gehen. Ihr Blick zeigt deutlich, was sie von so viel Bewegung halten. Am Wegweiser Lochacker angekommen, erwartet uns neben einem Aussichtspunkt ein Pavillon, auf dessen Dachstreben Unmengen leerer Weinflaschen dekorativ abgestellt wurden. Amüsiert über den Anblick biegen wir an der Wegkreuzung links in Richtung Oberbergen ab.

Weinflaschen überall

Der Weg verläuft ab hier relativ unspektakulär über einen breiten Forstweg bis zur Weggabelung Schneckenberg. Neben einem herrlichen Aussichtsplatz mit Blick auf die Badberghügel, befindet sich hier ein weiterer Picknickplatz. Als wir den Wirtschaftsweg abwärts gehen, macht der Schneckenberg seinem Namen alle Ehre. Am Wegesrand finden sich zahllose Schneckenhäuser im grünen Gras des Hangs. Nach ca. 600 Metern biegen wir rechts auf den Smaragdeidechsenweg ab und gelangen auf diesem zurück nach Oberbergen. Wir folgen der Wegmarkierung (Gelbe Raute) über die Furtmattenstraße durch den Ort zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Blick auf den Totenkopf

Informationen zur Wanderung

AusgangspunktWanderparkplatz Mondhalde, 79235 Vogtsburg am Kaiserstuhl
Gesamtlänge10,7 Kilometer
ungefähre Längeca. 3 Stunden und 15 Minuten
Anstiege450m bergauf und 460m bergab
Schwierigkeitmittel
Anforderunganfänglich steiler Anstieg, danach leichte Wanderung auf gut beschilderten Wegen. Auf dem Badberg ist es schattenlos, auf ausreichend Sonnenschutz achten.
EinkehrWährend der Wanderung kann am Kiosk an der Katharinenkapelle eingekehrt werden (in der Wandersaison am Wochenende geöffnet). In Oberbergen kann nach der Tour eingekehrt werden.

2 Kommentare zu „Wandern am Kaiserstuhl: Auf der Suche nach Frühling am Badberg

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