Wandern im Schwarzwald: Rund um den Kandel

„In den Bergen werden Worte überflüssig

weil der Augenblick 

bis an den Rand mit Sinn gefüllt ist.“

(Verfasser unbekannt)

Der Kandel ist mit seinen 1.241,30 Metern die höchste Erhebung im Mittleren Schwarzwald und der Hausberg der Stadt Waldkirch. Durch seine exponierte Lage wirkt er eindrucksvoller als benachbarte Berge vergleichbarer Höhe. Wie viele Berge im Schwarzwald bietet sich der Kandel auch für eine Vielzahl von Freizeitgestaltungen, wie zum Beispiel wandern, Fahrrad fahren, klettern und sogar Drachen- bzw. Gleitschirmfliegen an.

Warum waren wie vorher noch nie auf dem Berg, den wir sogar von unserem Treppenhaus aus sehen können? Dieser Umstand musste sich schleunigst ändern und daher fuhren wir an einem schönen und sonnigen Januartag auf der L186 hinauf Richtung Wanderparkplätze in Nähe des Gipfels.

Auf der Passhöhe angekommen, sticht uns die 2021 neu erbaute Bergwelt Kandel, ein Ausflugsrestaurant, ins Auge. Ein großer moderner Bau mit Holz- und Steinelementen empfängt den Besucher. Es herrscht schon reger Betrieb, daher entschlossen wir, die geplante Tasse Kaffee auf später zu verschieben. Für uns ging es nun in Richtung Gipfel, welcher von der Bergwelt Kandel schon gut sichtbar ist. Am Gipfel erwartet uns eine kleine Gipfelpyramide und eine wunderschöne Aussicht auf den Schwarzwald und die Rheinebene. Die Aussicht auf dem Kandelgipfel zählt zu den umfassendsten im Schwarzwald, vor allem am frühen Abend soll man hier eine herrliche Lichtstimmung erleben.

Gipfelaussicht

Nachdem wir die Aussicht auf uns wirken lassen haben, führt uns nun der Weg über den Parkplatz Kaibeloch und aussichtsreichen Wiesen leicht bergab zur Gummenhütte, welche auf 1.148 Metern liegt. An der Gummenhütte serviert der Fensterliwirt aus einem Fenster am Boden leckere regionale und saisonale Speisen und Getränke. Auch Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden. Die Plätze in der warmen Januarsonne sind schon alle belegt und daher müssen wir leider auf die Bewirtung durch den Fensterliwirt verzichten und setzen unseren Weg gemächlich fort.

die Gummenhütte

Der Weg führt uns nun auf gut begehbaren Waldwegen zur Thomashütte. Bei der Thomashütte handelt es sich um eine attraktiv gelegene, kleine Schutzhütte auf dem Kleinen Kandelfelsen. Sie gewährt eine erstklassige Sicht über das oberrheinische Tiefland bis zu den Vogesen. Auch hier merkt man das tolle Wetter, unzählige Wanderer und Spaziergänger versammeln sich auf den Bänken und Steinen rund um die Hütte und genießen die Sonnenstrahlen und ihr Vesper. Auch wir entscheiden uns, die Felsen für eine kleine Pause zu nutzen und versprechen, dass wir der Thomashütte mal unter der Woche einen Besuch abstatten werden, wenn es dort etwas ruhiger zugeht.

Die Thomashütte
Aussicht genießen

Von der Thomashütte geht es nun in Serpentinen leicht bergan in Richtung Großen Kandelfelsen. Auch heute finden sich zahlreiche Kletterer ein, um den senkrecht verlaufenden Felsen zu erklettern. Da wir von dem Anblick so fasziniert sich, verpassen wir den Weg und müssen nun durch ein kleines Geröllfeld direkt unterhalb des Felsens kraxeln. Ein leichtes Gefühl von Alpen überkommt uns.

Der große Kandelfelsen
Aussicht vom Kandelfelsen

Als wir wieder auf dem offiziellen Wanderweg angekommen sind, folgen wir einem schönen schmalen Pfad durch einen Hochwald. Dieser verläuft teilweise oberhalb der Fahrstraße, wodurch sich leider der Verkehrslärm nicht ganz ausblenden lässt. Wir passieren die L186 und kommen zu den Kohlplätzen.

kleiner Bachlauf
Pfad zu den Kohlplätzen

Von hier führt ein schmaler Bergpfad entlang des Steilhangs zum Heibererfelsen, einem weiteren Aussichtspunkt auf unserer Wanderung. Auf dem Teil der Tour sind wir ganz alleine, die Seite des Berges scheint, sehr zu unserer Freude, für gewöhnliche Spaziergänger nicht so interessant zu sein.

alleine auf weiter Flur

Der Weg führt nun weiter zum Wegpunkt „Sattel“, von wo es weiter zu unserem Ausgangspunkt, der Bergwelt Kandel geht. Da das Wetter so schön ist und die Sonne noch genug Licht bietet, verlängern wir unsere Wanderung etwas. Jedoch war die Verlängerung nicht sonderlich spannend, weswegen ich den direkten Weg zum Ausflugsrestaurant empfehle. Dort lassen wir unsere Tour bei einem Cappucchino und einem sagenhaften Sonnenuntergang auf der Terrasse ausklingen. 

Informationen zur Tour:

Die Passhöhe des Kandels ist mit dem Auto von Waldkirch oder Sankt Peter über die L186 zu erreichen. Von Sankt Peter besteht zudem eine Busverbindung, welche jedoch nur wenige Verbindungen am Tag anbietet. Hierzu die Buslinie 7205 in Sankt Peter nehmen und bei der Haltestelle „Kandel Rasthaus“ aussteigen.

AusgangspunktWanderparkplatz Kandel an der L186
Gesamtlänge8,6 Kilometer
ungefähre Dauer3 Stunden
Anstiege290 Meter bergauf und 300 Meter bergab
Schwierigkeitmittel bis schwer
AnforderungTeilweise alpine Pfade, welche Trittsicherheit verlangen. Die Pfade sind im Winter nicht immer begehbar. Vom Gipfel bis zur Thomashütte sind die Wege vorwiegend einfach.
EinkehrAuf der Passhöhe lädt das Ausflugsrestaurant Bergwelt Kandel zur Einkehr ein (https://www.bergwelt-kandel.de/). Auf der Wanderung selber ist ein Besuch bei der Gummenhütte Pflicht, jedoch Öffnungszeiten und Wetterlage beachten (https://gummenhuette.g-valley.de/). Das Berggasthaus Kandelhof, ebenfalls auf der Passhöhe, ist derzeit leider geschlossen (https://kandelhof.de/).

3 Kommentare zu „Wandern im Schwarzwald: Rund um den Kandel

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