Wandern rund um Freiburg: Durch den unteren Sternwald nach St. Valentin

„Der Herbst ist ein zweiter Frühling,

wo jedes Blatt zur Blüte wird.“

(Albert Camus)

 

Auch die Freiburger Stadtwälder haben nun angefangen ihr Blätterkleid zu wechseln. Die bunten Farben leuchten in der herbstlichen Sonne um die Wette. Der Geruch von feuchtem Waldboden füllt die Luft und unsere Lungen, als wir kurz nach der Straßenbahnhaltestelle „Holbeinstraße“ in den Wald treten. Noch ist der Straßenlärm, der durch die vielen Autos auf der Schauinslandstraße verursacht wird, gut zu hören. Doch schon bald verstummen die Abrollgeräusche der Reifen und jetzt sind nur noch unsere Schritte durch das raschelnde Laub zu hören.

Auf einem schmalen Pfad geht es leicht bergauf zur Silberdobel-Kreuzung in Richtung St. Valentin. Eine Vielzahl von Pilzarten säumt den Wegesrand und bringt uns wegen ihrer unterschiedlichen Formen und Farben regelmäßig ins staunen. Ab der Kreuzung folgen wir nun einem Trampelpfad (Markierung: gelbe Raute) und gelangen zum Jägerbrünnele.

Herbstliche Sonne
Pilze soweit das Auge reicht.
noch ein Pilz
Das Jägerbrünnele

An der nächsten Kreuzung halten wir uns schräg links und kommen nun auf einem weiteren Trampelpfad zum Kloster St. Lioba im Freiburger Stadtteil Günterstal. Mit dem Kloster und seinen schön angelegten Gärten auf rechter Seite und den Ort Günterstal stets im Blick, kommen wir nun zum Brändenbergweg. Dieser geht nach ca. 200 Metern in den St.-Lioba-Weg über, welchem wir bergauf Richtung Gaststätte St. Valentin folgen. Auf den Weiden am Wegesrand wärmen Kühe im immer kräftiger werdenden Sonnenlicht ihren Rücken.

Die idyllisch gelegene Gaststätte St. Valentin war zu unserem Besuch offiziell noch nicht geöffnet, jedoch wurden wir im Hof vor der Gaststätte freundlich bedient. Scheinbar sahen wir durstig aus, oder die Kellner erinnerten sich daran, dass die Waldgaststätte früher einst eine Pilgergaststätte war und dort Reisende Kraft und Stärkung für ihren Weiterweg sammelten.

St. Valentin entstand ursprünglich aus einer Einsiedelei und zählt zu den Waldheiligtümern der Region. Im 16. Jahrhundert wurde die heutige Gaststätte erstmals als Wallfahrtsort geschichtlich erwähnt. Hauptpatron der kleinen Wallfahrtsstätte war der Bischof Valentin von Terni, der trotz eines kaiserlichen Verbotes Paare christlich getraut hatte und deshalb am 269 n.Chr. enthauptet wurde. Ein weiterer Patron, war der heilige Fridolin von Säckingen. Heute ist die Waldgaststätte ein beliebtes Ausflugsziel in der Gegend um Freiburg. Die urige Gaststube sowie die Außenterrasse laden zum Genießen der regionalen Speisen und Getränke ein.

St. Valentin
Herbstliche Deko

Aufgrund der angenehmen und zuvorkommenden Gastfreundschaft zieht sich unsere Pause in die Länge und endet mit einer kleinen Runde Ziebärtle Schnaps – natürlich aus der Region.

Nach der ausgiebigen Rast nehmen wir die asphaltierte Zufahrtsstraße hinunter bis zur nächsten Kreuzung. Hier überqueren wir die Waldfahrstraße und gelangen nun zu einem steilen Hohlweg, welchem wir hinab nach Günterstal folgen. Am Ortsrand mündet der Hohlweg auf den asphaltieren Rehagweg, welchem wir weiter bergab folgen. Wir überqueren die Schauinslandstraße und halten uns am Wegweiser „Am Vogelsang“ in Richtung Marxenbrunnen.

Der Marxenbrunnen

Ab hier geht es wieder bergauf und wir kommen nun auf einen breiten Waldweg. Rechts haltend folgen wir der Waldstraße ca. 600 Meter. Anschließend biegen wir auf einen unscheinbaren und unmarkierten Trampelpfad rechts ab, welcher am oberen Ortsrand von Günterstal entlang läuft. Der Pfad mündet in die Eisweiherstraße, welcher wir hinab zu einem Wanderparkplatz an der Schauinslandstraße folgen. Hier biegen wir auf den gut frequentierten Breitmattweg ab. Umrahmt vom Bohrerbach auf der linken Seite und weite Wiesenflächen auf der rechten Seite, folgen wir dem Breitmattweg Richtung WaldHaus Freiburg, einem Bildungs- und Informationszentrum zum Thema Wald.

Hier gehen wir auf den Damm des Bohrerbachs und blicken nochmal auf die großen Wiesenflächen der Breitmatten, welche bei Hochwasser als Rückhaltebecken dienen sollen und gelangen zur Kleingartenkolonie Freiburg-Wonnhalde. Hier beenden wir unsere kleine Wanderung, um im gemütlichen Biergarten einzukehren. Wer hier nicht einkehren möchte, kann ab dem WaldHaus dem Bachverlauf des Bohrerbachs entlang der Kleingartenkolonie folgen, um anschließend rechts in die Hans-Thoma-Straße abzubiegen. Von dort gelangt man zum Ausgangspunkt, die Straßenbahnhaltestelle Holbeinstraße.

Informationen zur Tour:

Typisch für Freiburg erfolgt die Anreise am Besten mit dem ÖNPV. Hierzu die Straßenbahnlinie 2 in Richtung Günterstal nehmen und an der Haltestelle Holbeinstraße aussteigen.

AusgangspunktStraßenbahnhaltestelle Holbeinstraße, 79100 Freiburg
Gesamtlänge7,7 Kilometer
ungefähre Dauer2 Stunden
Anstiegeca. 200 m An- und 200 m Abstieg
Schwierigkeitsgradleicht
Anforderungkeine besonderen Kenntnisse erforderlich, relativ gute Wegmarkierung, hundetauglich
EinkehrAuf der Tour kann man im Waldgasthaus St. Valentin einkehren – sehr empfehlenswert, allein schon wegen der idyllischen Lage und der urigen Gaststube. Ansonsten bieten die Cafeteria des WaldHauses Freiburg sowie der Biergarten der Kleingartenkolonie Freiburg-Wonnhalde ebenfalls Möglichkeiten zur Einkehr an. Öffnungszeiten beachten.

2 Kommentare zu „Wandern rund um Freiburg: Durch den unteren Sternwald nach St. Valentin

  1. Schön, schön – St. Valentin als Zwischenziel ist toll, vor allem auch im Sommer, wenn die Terrasse geöffnet ist.
    Eine (anstrengende) Strecken-Alternative mit tollen Ausblicken wäre natürlich ein Hin- oder Rückweg über den Kybfelsen.

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