„Kein Genuss ist vorübergehend.
Der Eindruck, der er hinterlässt,
ist bleibend.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
Dieser Blogbeitrag enthält Namensnennungen. Es bestand keine Kooperation mit den genannten Unternehmen, es handelt sich lediglich um persönliche Eindrücke und Informationen.
Das Dorf Zwiefalten, im Landkreis Reutlingen gelegen, ist vor allem für zwei Dinge bekannt. Zum einen fällt einem, wenn man in den Ort hineinfährt, sofort die imposante Klosterkirche der ehemaligen Abtei Zwiefalten auf, zum anderen befindet sich in Zwiefalten die gleichnamige Klosterbrauerei.
Der Biergarten des Zwiefalter Klosterbräus ist heute unser Ausgangspunkt für eine Wanderung der besonderen Art: die Zwiefalter Klosterbräu GmbH & Co.KG bietet zwischen Frühling und Herbst mehrere Bierwanderungen an. Die Bierwanderungen sind sehr beliebt, umso mehr freuen wir uns, dass wir vier der heiß begehrten Plätze ergattern konnten. Der Plan des heutigen Tages klingt denkbar leicht, nämlich wandern und trinken. Die Wanderung verläuft auf dem Premiumwanderweg „hochgehpilgert“, auf dem wir an fünf Stationen Bier und Speisen zur Verköstigung angeboten bekommen.
Um 11 Uhr versammeln sich 49 Freunde des Genusses im Biergarten der Brauerei. Pünktlich werden wir durch die Bierguides Claudia und Klaus-Peter begrüßt. Die Guides erwecken sogleich einen sehr sympathischen und witzigen Eindruck. Zuerst folgt ein kleiner Einblick in die Geschichte der Brauerei und dann folgen ein paar, nicht ganz ernst gemeinte, (Sicherheits-)hinweise, damit jeder Teilnehmer sicher wieder in Zwiefalten ankommt. Die eh schon gute Stimmung wird noch besser, als das erste Bier, das helle Engele, serviert wird. Eine Butterbrezel rundet die erste Verkostung mit dem milden und süffigen hellen Bier ab. Nach einem Gruppenbild geht die Wanderung auch schon los.
Unser Guide Claudia führt die Gruppe zunächst entlang des imposanten Zwiefalter Münster in Richtung Rentalhalle, dem offiziellen Einstieg in den Prädikatswanderweg. Von der Rentalhalle beginnt der entspannende Weg, der durch das Rental und vorbei an schönen Mischwäldern führt. Die sanfte Steigung ermöglicht das Gespräch mit den anderen Teilnehmern und unserer Wanderführerin. So erzählt uns Claudia, dass die Touren in Zeiten der Pandemie entstanden sind. Durch die Bierwanderungen hatte die Brauerei, trotz Abstandsregeln und anderen Vorschriften, die Möglichkeit Events anzubieten.
Nach ca. 3,5 Kilometern, kurz vor der Ortschaft Sonderbuch, gibt es den ersten Halt. Klaus-Peter platzierte, während wir mit Claudia wanderten, kühles Bier und Bierstangen auf zwei großen Heuballen. Am Arrangement wartet ein naturtrübes Engele auf durstige Wanderer. Das naturbelassene und vollmundige Kellerbier wird nach historischer Rezeptur eingebraut und nach ganzen 8 Wochen direkt vom Lagertank, ohne moderne Filtration abgefüllt. Den Männern und den wenigen Frauen scheint es zu schmecken. Fröhlich plaudernd und genussvoll trinkend sitzt die Gruppe in idyllischer Natur. Der Platz für den ersten Zwischenstopp ist wirklich gut ausgewählt.
Nach der Pause führt uns der Wanderweg nach einem kurzen Anstieg in den Ort Sonderbuch. Hier quert man die Landstraße und wandert auf dem Kreuzweg in Richtung Lourdesgrotte. Laut Wegbeschreibung im Internet soll man dort einen tollen Blick auf Zwiefalten haben. Vielleicht lag es am Bier oder an den guten Gesprächen, auf jeden Fall haben wir den Ausblick verpasst. Nicht so schlimm, wir werden später noch eine herrliche Sicht auf die Klosterkirche von Zwiefalten bekommen.



Schon bald kommt unser nächstes Etappenziel in Sicht. Auf einem Höhenweg kommen wir nun zum Ziegenhof Loretto, der heute eine Holzofenbäckerei mit Hofladen beherbergt. Als drittes Bier auf der heutigen Wanderung durften wir den Verkaufsschlager der Zwiefalter Klosterbrauerei, das 1521, probieren. Loretto-Bäcker Stefan Mai servierte frischgebackenes Brot mit Ziegenfrischkäse und eine Quiche, natürlich ebenfalls mit Ziegenkäse. Einfach köstlich.


Der Name des Bieres 1521 beruht darauf, dass im Jahre 1521 die Mönche im Benediktinerkloster zu Zwiefalten ihr erstes Bier brauten und damit den Grundstein für ein halbes Jahrtausend Zwiefalter Brautradition legten. Passend dazu erzählt Klaus-Peter mit viel Humor und unter Einbringung seines Publikums eine Geschichte über das deutsche Reinheitsgebot. Hauptfigur dieser Geschichte ist ein Mönch namens Theobald. Dieser stattete gerne mal der Schenke unweit seines Klosters einen Besuch ab, um Bier zu trinken, welches die Wirtin selbst herstellte. Eines Tages musste Theobald auf eine weite Reise aufbrechen und als er wieder kam, fand er die Wirtin völlig aufgelöst in einer fast leeren Schenke vor. In seiner Abwesenheit braute die Wirtin Bier, in welches sie allerhand Zutaten mischte, was dazu führte, dass ihre Stammkundschaft verstarb. Aufgrund dessen wurde von Theobald festgelegt, dass Bier lediglich nur aus Hopfen, (Gersten-)Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden soll und erschuf somit ein deutsches Kulturgut.
Bevor wir unsere Wanderung satt und zufrieden fortsetzen konnten, bestand noch die Möglichkeit zum Besuch des kleinen Hofladens. Dieses Angebot wurde von vielen wahrgenommen. Auch wir kamen nicht ohne ein kleines Mitbringsel aus dem charmanten kleinen Laden, welcher früher einmal eine Kapelle war, heraus.

Anschließend geht es für uns durch einen Wald in Richtung Wimsen, unserem nächsten Etappenziel. Wir überqueren die Landstraße (die Stelle ist etwas unübersichtlich) und folgen dem Weg weiter über eine Brücke und durch eine Allee nach Wimsen, wo sich die Wimsener Höhle befindet. Die Wimsener Höhle ist die einzige mit einem Wassergefährt befahrbare Wasserhöhle Deutschlands und folglich ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Von den 1.331 Metern Länge der Höhle sind nicht einmal zehn Prozent für normale Besucher zugänglich, die auf einem Kahn in die Höhle gefahren werden, da sich etwa 70 Meter hinter dem Eingang die Höhlendecke bis zur Wasserfläche hinabsenkt. Der Rest der Ganghöhle ist nur speziellen Höhlentauchern vorenthalten. Doch bevor wir die Wimsener Höhle, welche auch zur Ehren des Herzogs Friedrich II. Friedrichshöhle genannte wird, erkunden dürfen, gibt es wieder ein kaltes Getränk und etwas zu essen. Das angebotene Pilsner wurde entweder mit Weißwürsten und Brezeln oder einem Stück Kuchen angeboten. Das feinherbe, milde und herrlich spritzig Bio Vollbier ist übrigens mein persönlicher Favorit, so viel kann ich jetzt schon sagen.


Nachdem wir das wahlweise herzhafte oder süße Essen, beides war lecker und ergiebig, verspeist hatten, durften wir in Gruppen die Höhle erkunden. Unser Kahnführer hieß Adrian, der voller Enthusiasmus über die Geschichte und Besonderheiten der Höhle berichtet. Als erstes fällt das beeindruckende türkisfarbene Wasser auf, was den Besucher gleich in den Bann zieht. Während Adrian den Kahn gekonnt mit seinen Händen entlang der Höhlenwänden manövriert, zeigt er begeistert auf die teilweise farbenprächtigen steinigen Wände. Leider ist die Höhlenerkundung viel zu schnell vorbei und wir bedanken uns herzlich bei unserem jungen Fährmann.


Unserer weiterer Wanderweg führt uns nun durch ein wildromantisches Tal Richtung Gossenzugen, zu unserem letzten Zwischenstopp. Der schmale Pfad schlängelt sich entlang des Flussverlaufs der Aach und bietet beeindruckende Bilder auf die wilde Natur. Diese Umstände und die bereits vier Verkostungen führen dazu, dass sich die Gruppe etwas in die Länge zieht. Während manch Teilnehmer noch voller Energie steckt, sind manche bereits etwas träger oder angeheiteter. Zwischen der Wimsener Höhle und dem Ort Gossenzugen, wird im Rahmen der Bierwanderung der Prädikatswanderweg „hochgehpilgert“ verlassen und die Tour etwas abgekürzt. So folgen wir dem Flusslauf der Aach, in dem wir wunderschöne Goldforellen herumschwimmen sehen, weiter bis zum Ortskern von Gossenzugen.


Unter einem großen Baum wartet Klaus-Peter mit einer weiteren Biersorte, ebenfalls aus der Produktpalette Engele, auf uns. Neben dem hopfigen Engele mit seiner feinherben Zitrusnote zaubert Klaus-Peter noch leckeres Eis, welches in der Region produziert wird, aus seinem Biertransporter. Unser Bierguide wartete übrigens nicht alleine auf uns. Neben ihm stand Werner Steinhart mit seiner Drehorgel. Normalerweise ist Herr Steinhart mit seiner Drehorgel unter anderem auf Volksfesten unterwegs, um Spenden für krebskranke Kinder zu sammeln, doch heute spielt er zünftige Klassiker der Volks- und Blasmusik für uns Bierfreunde. Die Stimmung ist heiter, einige Teilnehmer erfrischen sich im kühlen Wasser der Aach (hier befindet sich eine Kneippanlage) oder entspannen im Schatten des Baumes, während andere voller Inbrunst die bekannten Lieder mitsingen. Als Highlight darf man sich selbst als Organist versuchen.


Unseren Weg führen wir nun wieder auf dem offiziellen Weg des Premiumwanderwegs „hochgehpilgert“ fort. Dieser führt ebenfalls durch den Ortskern von Gossenzugen. Wir überqueren die Aach und biegen dann nach rechts in Richtung Zwiefalten ab. Hier hat man nochmal eine gute Sicht auf Zwiefalten und dessen spätbarockes Münster. Auf einem gemütlichen Weg entlang des Flussverlaufs kommen wir schließlich zum Marktplatz von Zwiefalten und entlang des imposanten Münsters wieder zum Biergarten der Brauerei.

Im Anschluss lassen wir die Wanderung im großflächigen Biergarten ausklingen und verabschieden uns von unseren Mitstreitern. Unweit des Biergartens, in der modernen Brauhaus Gaststätte, genießen wir noch ein köstliches und deftiges Abendessen, ehe wir uns Richtung Campingplatz aufmachen. Wir bedanken uns bei der Zwiefalter Klosterbräu GmbH & Co.KG, vor allem bei unseren Bierguides Claudia und Klaus-Peter, für den tollen, süffigen und gut organisierten Tag.
Anmerkung der Autorin: Die Beschreibungen der verköstigten Bieren wurden der Webseite der Brauerei entnommen. Ebenso möchte ich anmerken, dass an jeder Station natürlich auch alkoholfreie Getränke serviert wurden. Diese habe ich jedoch nicht probiert :).
Informationen zur Wanderung:
Die unten stehenden Informationen beziehen sich auf die offizielle Wegführung des Premiumwanderwegs und nicht auf die leicht abgewandelte Version unserer Bierwanderung.
Ausgangspunkt
| Ausgangspunkt | Parkplatz Rentalhalle, Mauerstraße, 88529 Zwiefalten |
| Gesamtlänge | 13,2 Kilometer |
| Ungefähre Dauer | 3:30 Stunden |
| Anstiege | je 295 m An- und Abstieg |
| Schwierigkeitsgrad | leicht bis mittel |
| Anforderung | Gut zu gehende Wanderung, welche keine besonderen technischen Kenntnisse benötigt. Für Hunde geeignet. |
| Einkehr | Die Tour bietet eine Vielzahl von Einkehrmöglichkeiten. In Zwiefalten besteht die Möglichkeit im Biergarten oder im Brauerei Gasthaus des Zwiefälter Klosterbräu einzukehren (https://www.zwiefalter.de/). Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Hofladens und der Gartenwirtschaft des Lorettohofs (https://www.lorettozwiefalten.de/). Bei der Wimsener Höhle besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Einkehr (https://www.tressbrueder.de/bio-gasthof-friedrichshoehle/). |
richtig cool !!!
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Das war es 😀
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wäre ich auch gleich mit dabei
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Es ist echt zu empfehlen. Auf der Webseite sind die Termine online.
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Dankeschön !
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