Wandern in Flandern: Rundtour durch das Bulskampveld

„Die Natur hat keine Eile,

und doch ist alles vollbracht“

~ Lao Tzu ~

Der Landschaftspark Bulskampveld ist mit einer Fläche von 90 km², davon 2.300 Hektar Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet in West- und Ostflandern. Keine 30 Minuten Autofahrt von Brügge entfernt, ist die Grünanlage, welche im Mittelalter als größtes Heidegebiets Flandern galt, für Einheimische sowie auch für Touristen ein beliebtes Ausflugsziel mit tollen Naturerlebnissen.

Die Wanderung beginnt am Parkplatz Driekoningen. Von dort gelangen wir zügig zum neogotischen Kasteel Bulskampveld. Das 1893 erbaute Schloss beherbergt heute ein Infozentrum (Bezoekerscentrum) und eine Waldausstellung. An das Schloss grenzt zudem der alte Küchengarten Kruidentuin und ein Seitengebäude mit alten landwirtschaftlichen Geräten sowie eine Vogelvoliere.

Schloss Bulskampveld
Blumen und das Kasteel

Wir besuchen den Küchengarten und verlassen den Kruident anschließend durch seinen Westausgang. Wir halten uns rechts und verlassen den Park in südlicher Richtung. Von nun an führt uns der stets gut beschilderte Weg im Zickzack durch die Parkanlage. Es ist herrlich ruhig und wir können die Natur in vollen Zügen genießen.

bestens ausgeschildert

Nach ca. 1,5 Kilometer machen wir einen kurzen Abstecher zur Aussichtsplattform Aanwijsputten. Vor hier haben wir einen ersten Blick auf die Seen- und nasse Heidelandschaft welche Lebensraum für seltene Arten wie zum Beispiel den Sonnentau bietet. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Fläche durch Stein- und Sandabbau vertieft und mit Deichen erweitert. Im Ersten Weltkrieg diente Aanwijsputten den Deutschen als Munitionslager. Lange halten wir uns jedoch hier nicht auf, da wir später auf der anderen Seite der Seenlandschaft einen noch besseren Blick auf die wunderschöne Landschaft haben werden.

auf Bohlenwegen

Die Rundtour führt uns nun weiter über schmale Pfade und Holzbohlenwege (Vorsicht bei Nässe). Das Grün der Umgebung erstrahlt durch die Sonnenstrahlen, die sich den Weg durch die Baumkronen bahnt. Nach einem gewundenem Verlauf quert der Naturpfad eine Straße und führt in einem weiten Rechtsbogen auf eine Wiese. Wir wandern über das trockene Gras und kommen schon bald erneut an die Straße, welche wir wieder überqueren. Von dort kommen wir zum Parkplatz Aanwijs, an dem wir eine kurze Pause einlegen.

Kunst am Parkplatz Aanwijs

Frisch gestärkt halten wir uns rechts und verlassen den Parkplatz an dessen Westseite in Richtung Kijktoren. Hier verläuft der Weg wieder durch den Wald und schon nach einem Kilometer erreichen wir den 10 Meter hohen Aussichtsturm Kijktoren Aanwijsputten. Hier haben wir erneut einen wunderschönen Ausblick auf den „Ententümpel“, den wir bereits auf unserem Hinweg bewundern konnten. Auf dem Aussichtsturm lässt es sich auch wunderbar Vögel beobachten, daher ist die Mitnahme eines Fernglases empfehlenswert. 

Blick vom Aussichtsturm Kijktoren Aanwijsputten
Kunst am „Ententümpel“

Der Weiterweg verläuft wie gewohnt im Zickzack weiter durch die Parkanlage und führt uns durch den Wald zum aussichtsreichen Schutzgebiet Heideveld Bornebeek, welches Teil des Landschaftspark Bulskampveld ist. Über einen Holzbohlenweg laufen wir entlang des Ufers des tiefschwarzen Moorsees.

beim Heideveld Bornebeek

Von hier führt uns die Rundtour zunächst entlang der Heide und später durch den Wald zurück zum Parkplatz Driekoningen. Doch bevor wir unsere Wanderung beenden, kehren wir noch im Café Urban ein, welches unweit des Schlosses Bulskampveld liegt. Dort genießen wir bei strahlendem Sonnenschein und anregenden Gespärchen die leckere belgische Spezialität Kaaskroketten und einen cremigen Cappucchino.

lecker 🙂

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktParkplatz Driekoningen, Bulscampveld 9, 8730 Beernem
Gesamtlänge8,8 Kilometer
Ungefähre Dauer2 Stunden und 15 Minuten
AnstiegeJe 100 Meter Auf- und Abstieg
Schwierigkeitsgradleicht
AnforderungSehr gut beschilderte, leichte Wanderung durch parkartigem Wald auf meistens breiten Fußwegen. Stellenweise schmale Naturpfade und Holzbohlenwege, welche bei nassem Wetter schlammig bzw. rutschig sein könnten.
EinkehrEine Einkehr ist im Café Urban unweit des Start- bzw. Endpunkts möglich (https://www.urbancafe.be/).

Hinterlasse einen Kommentar