Wandern im Schwarzwald: Auf dem Silbersteig 2 im Suggental

„Die Erde hat Musik für diejenigen, die zuhören.“

(William Shakespeare)

 Der Bergbau im Schwarzwald hat eine jahrhundertelange Tradition. Salz, Eisen, Silber, Gold, Blei, Antimon, Kupfer und Kobalt waren die bis in das 19. Jahrhundert besonders begehrten Rohstoffe, dann traten Schwer- und Flussspat sowie Zink, Nickel und Wismut in den Vordergrund.

Auch im beschaulichen Suggental nähe Waldkirch, welches idyllisch in einem engen Tal ohne Durchgangsstraße, umgeben von saftigen Wiesen und Wäldern gebettet ist. Das mittelalterliche Silberbergwerk Suggental galt neben weiterer Suggentaler Gruben im 12. und 13. Jahrhundert als die reichsten im Breisgau, und so hieß das Suggental zu dieser Zeit auch Reichenthal. Während der Blüte des Bergbaus sollen um die 300 Bergleute in dem Tal mit ihren Familien gelebt und gearbeitet haben, und man sagt, eine Katze hätte von der Kirche am oberen Ende des Tals bis ans untere über die Dächer laufen können, so dicht sei es besiedelt gewesen.

Jedoch hatte diese Blütezeit auch ein Ende. Im Juli 1288 verwüstete ein schweres Unwetter das Bergwerk stark. Nach Wiederinbetriebnahme überfielen 1297 Colmarer Truppen die Silbergruben im nah liegenden Glottertal und den benachbarten Tälern. Dies hatte verheerende Auswirkungen auf den Bergbau, da neben der Zerstörung der Bergwerke wohl auch die Bergleute vertrieben wurden, ohne die ein erneutes Aufwältigen der zerstörten Bergwerke nicht möglich war. 

Erst in den Jahren 1776–1789 gab es wieder Versuche, den alten Bergbau im Suggental neu zu beleben. Aufgrund von Misswirtschaft kam der Bergbau um das Jahr 1789 erneut zum Erliegen. Erst mit dem beginnenden 20. Jahrhundert flammte das Interesse an den Rohstoffen im Suggental erneut auf. Aber auch das Interesse am dort vorkommenden Schwerspat erlosch und seit 1938 ruht der Bergbau im Suggental erneut.

Dem Bergbau wurden im Suggental zwei verschiedene Themenwanderwege gewidmet. Unser Interesse gilt hier dem längeren Themenweg, nämlich dem Silbersteig 2.

Wir beginnen unsere Wanderung am Wanderparkplatz Bergwerk. Wir laufen in Richtung Eingang des Anna Stollens. Dort kann man bereits seine Zeit mit dem Studium der hiesigen Bergbaugeschichte beginnen. Nach kurzer Erkundung halten wir uns rechts und steigen hinauf in Richtung Wald. Doch bevor es so richtig los geht, statten wir der kleinen Hütte Vogesenblick einen Besuch ab und bestaunen neben der tollen Aussicht auch das liebevoll gestaltete Besucherbuch.

Im Wald angekommen halten wir uns links und befinden uns nun auf einem breiten Forstweg, dem Hornbühlweg. Der Wald lichtet sich langsam und die Sonne strahlt mit voller Kraft auf uns herab. Schon von Weitem sehen wir daher die unzähligen pink leuchtenden Fingerhüte, welche an der südwestlichen Flanke des Hornbühls wachsen. Am Wegweiser Engebuck biegen wir scharf rechts ab und steigen immer weiter bergauf. Die Aussicht auf das unter uns liegende Suggental sowie die mächtigen Schwarzwaldgipfel in weiter Ferne wird immer prächtiger.

Fingerhüte

Der Weg wechselt nun zwischen sonnigen Passagen und Wegen durch dichtem Nadelwald ab. Außer dem Wind und zwitschernden Vögeln hören wir nur unsere Schritte. Zufrieden stellen wir fest, dass wir bisher noch keinem anderen Menschen begegnet sind. Der dichte Nadelwald geht nun langsam in einen Mischwald über. Das Blätterdach lichtet sich und die Sonne bahnt sich ihren Weg zu uns herab. Gelegentlich erhaschen wir Blicke auf den mächtigen Kandel, welcher sich in östlicher Richtung von uns befindet. Über die Wegweiser Grabenhofrank und Wäldele kommen wir nun zur Schwarzenberghütte.

Von hier führt ein schmaler Pfad zur Ruine Schwarzenburg und deren weitläufiges Burggelände. Die Schwarzenburg befindet sich auf dem 656 Meter hohen Schwarzenberg, einem Ausläufer des Kandels. Die Burg wurde vermutlich zwischen 1122 und 1136 von den Schirmvögten des Frauenklosters St. Margarethen unter Conrad von Waldkilcha erbaut, welcher zum Begründer des Adelsgeschlechts derer von Schwarzenberg wurde. Im Jahre 1347 starb das Adelsgeschlecht von Schwarzenberg aus. Daraufhin wechselte die Burg mehrmals den Herrscher. Im Jahre 1578 ordnete Erzherzog Ferdinand II. von Tirol an, die inzwischen baufällige Burg abzutragen. Dieser Anordnung wurde jedoch nicht Folge getragen und die Burg verfiel weiter ihrem Schicksal bis sie schließlich als Steinbruch genutzt wurde. Von der damaligen Burganlage sind noch Reste des Schalenturms, der Burgkapelle, des Palas sowie der Wirtschaftsgebäude erhalten, wohingegen der Bergfried komplett abgegangen ist. 

Ruine Schwarzenburg

Nach einer kurzen Rast und einer ausgiebigen Besichtigung der Burgruine gehen wir nun zurück zur Schwarzenberghütte. Wir folgen dem Weg mit der gelben Raute zum Wegweiser Über dem Heuberg. Ab dort nehmen wir den Weg mit der blauen Raute über den Rastplatz und dem Christuskreuz beim Luser und gelangen nun zum Vogesenblick. Auch wenn der Name es verspricht, eine Aussicht können wir hier jedoch nicht genießen, befinden wir uns inmitten eines Waldes. Es folgen nun die Wegweiser Heidelbeereckle, Schlosswaldeck, Im Schlosswald. Über diese gelangen wir teils auf schmalen naturnahen Pfaden zum Wegpunkt Wissereck. Auf dem Weg dorthin haben wir durch die Bäume immer wieder einen Blick zur imposanten Hochburg Emmendingen.

Christuskreuz am Rastplatz Luser
Malerischer Wald

Am Wissereck angekommen eröffnet sich ein Ausblick hinab ins malerische Glottertal. Eine Himmelsliege lädt am oberen Rand des Weinbergs zu einer Verschnaufpause ein. Nach einer kurzen Fotopause halten wir uns rechts und gelangen über einen schmalen Waldpfad zum Naturdenkmal einer alten Kastanie. Ab dort geht es stets bergab, vorbei am Reschhof zu unserem Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz Bergwerk.

Blick ins Glottertal
Am Reschhof

Der Silbersteig Rundweg 2 ist eine abwechslungs- und aussichtsreiche Wanderung, auf der wir fast immer allein unterwegs waren und so die Natur in alle Stille genießen konnten. 

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktWanderparkplatz Bergwerk, Talstraße 33, 79183 Waldkirch
Gesamtlänge12 Kilometer
ungefähre Dauer3 Stunden 30 Minuten
Anstiege420 m Auf- und 380 m Abstieg
Schwierigkeitsgradmittel
AnforderungSchattige, wald- und aussichtsreiche Runde auf ruhigen und bequem zu gehenden Wegen. Kein besonderes Können erforderlich.
EinkehrAuf der Wanderung gibt es keine Einkehrmöglichkeiten.

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