Wandern in der Ortenau: Der Gänseweg in den Taubergießen

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen

bedeutend zu sein, sie ist es.“

(Robert Walser)

Taubergießen ist ein 1979 gegründetes und knapp 17 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet in den Oberrheinauen. Das Gebiet befindet sich sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite. Der Name „Taubergießen“ rührt vom Taubergießen, einem der zahlreichen Gewässerläufe und -arme des Naturschutzgebiets, der im Norden des Gebietes verläuft und in den Rhein entwässert. Wer die Natur genießen möchte ist hier genau richtig, bietet das Naturschutzgebiet mit seinen Wäldern, Wiesen, Pfeifengraswiesen, trockenen Magerrasen und Hochwasserdämmen Lebensraum für zahlreiche zum Teil vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Wir beginnen unsere Wanderung durch das bedeutendste Feuchtgebiets Europas am Wanderparkplatz in der Rheingasse bei Rheinhausen. Wir laufen in nördlicher Richtung und erreichen schon kurz darauf den Rheindamm, an dem sich der Weg teilt. Hier entscheiden wir uns für die rechte Seite und erwandern den Gänseweg somit gegen den Uhrzeigersinn.

Start der Wanderung
Auf dem Gänseweg

Wir folgen dem Hochwasserschutzwerk und genießen die Blütenpracht entlang des Damms. Schmetterlinge schwirren um uns herum oder wärmen sich an den Gräsern in der Sonne und bieten ein tolles Fotomotiv. Es dauert nicht lange und die Fahrgeschäfte das nahe gelegenen Europa Parks kommen in unser Blickfeld. Trotz allem ist es hier absolut still, lediglich die Geräusche der Vögel und Insekten sowie das Rauschen der Gräser sind zu hören.

Nach ca. 1,7 Kilometern kommen wir an eine Kreuzung, an der der Gänseweg den Rheindamm nach links verlässt. Eine kleine Straße führt nun hinein in den Wald. Bald erreichen wir eine Furt über den Altrhein (Hinweis: bei hohem Wasserstand kann die Furt unpassierbar sein). Das Licht strahlt mystisch durch die Baumkrone und kleine Insekten tanzen leichtfüßig durch die Luft. Es begegnen uns auch auf diesem Abschnitt keine anderen Spaziergänger – absolut herrlich.

menschenleere Wege
Rheinauen

Nach ca. 1,2 Kilometern halten wir uns links und kommen kurz darauf zur Mündung des Leopoldskanals in den Rhein. Der Kanal dient der Hochwasserentlastung der Elz und wurde nach dem damaligen badischen Großherzog Leopold benannt. Wir folgen dem Weg entlang des Kanals und entdecken zum ersten Mal auf unserem Spaziergang den Namensgeber des Wanderwegs, Graugänse. Auf einer weiten Wiese entlang des Kanals haben sie sich versammelt und schnattern um die Wette. Um mögliche Gelege nicht zu zerstören, bleiben wir auf dem Weg und genießen den Anblick aus der Ferne. Nach knapp 2 Kilometern erreichen wir entspannt wieder den Rheindamm und kurz darauf den Wanderparkplatz, unserem Ausgangspunkt.

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktParkplatz am Ende der Rheingasse, 79365 Rheinhausen
Gesamtlänge5,6 Kilometer
ungefähre Dauer1 Stunde 20 Minuten
AnstiegeJe 20 Meter Auf- und Abstieg
Schwierigkeitsgradleicht
AnforderungLeichter Spaziergang auf gut zu gehenden Wegen. Der Weg ist ausgeschildert.
EinkehrAuf der Wanderung gibt es keine Einkehr.

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