„Verliere nie den Rest deiner Kindheit, das Lockere.
Dann nämlich gehören die Berge dir, sonst gehörst du ihnen.“
(Hans Kammerlander)
Der 672 Meter hohe Morro Janana liegt auf Fuerteventuras zentralem Bergkamm in der Nähe von Agua de Bueyes. Der Berg ist von Weitem bereits gut zu erkennen, denn auf seinem Gipfel thront eine Sendestation.
Der Ausgangspunkt unserer Wanderung befindet sich im Barranco de los Almácigos, in den wir auf einer Schotterpiste von Agua de Bueyes kommend hineingefahren sind. Wir parken unser Auto in der Nähe einer kleinen Rasthütte, von hier geht es nun zu Fuß weiter. Wir halten uns rechts und folgen der Piste weiter in den Barranco del Garabato. Die Schlucht präsentiert sich für Fuerteventura Verhältnisse relativ grün. Am Wegesrand und an den Berghängen finden sich zahlreiche Agaven. Viele von ihnen müssen erst vor kurzem geblüht haben, die abgestorbenen Blütenstände ragen wir dürre Baumstämme in den Himmel.


Nach ca. 700 Metern verlassen wir die Piste und biegen rechts auf einen unscheinbaren Weg ab. Von hier geht es nun stetig bergauf. Mit jedem Höhenmeter eröffnet sich eine bessere Sicht über die Hügelketten des Betancuria Massivs bis hin zur Küste. Nach ca. 40 Minuten erreichen wir die Bergkuppe des Morro de Valle Largo, von der wir einen guten Blick auf den Morro Janana und seiner Sendestation haben. Ebenfalls kann man hier den Ort Antigua in Richtung Nordosten erkennen.

Der inzwischen gut sichtbare Weg läuft nun in einen Sattel hinab. Der Wind pfeift uns, typisch Fuerteventura, kontinuierlich um die Ohren. An Überhitzung leiden wir auf jeden Fall nicht, als wir über einen weiteren Sattel hinauf zum Gipfel des Morro Janana aufsteigen. Ein aufkommender Regenschauer versperrt uns die großartige Aussicht rund um die Sendestation, so dass wir erst gar nicht zu ihr hinlaufen.

Unter peitschenden Regen halten wir uns daher kurz vor dem Gipfel gleich links und gelangen auf einen bequem begehbaren Kamm. Um etwas Schutz vor dem immer weiter zunehmenden Wind zu haben, laufen wir etwas unterhalb des Kamms und verpassen daher die wunderschöne Aussicht, die der Weg uns in Richtung Westen bei gutem Wetter bieten würde. Bei idealem Wanderwetter würde uns eine Sicht auf das Jandía-Massiv ganz im Südwesten der Insel sowie das Tal von Vega de Río Palmas erwarten. Kleiner Sneak-Peek: die Aussicht haben wir zwei Tage später auf einem anderen Gipfel nachgeholt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir eine ausgeschilderte Kreuzung am Morro Rincón del Atajo (569 Meter). Der schwarze Himmel geht langsam wieder in freundlichere Grautönen über, bis sich endlich die Sonne durch das Wolkendach schiebt. Die dadurch aufkommende Wärme ist wie Balsam auf der Haut, die durch den Regen und Wind bereits etwas ausgekühlt ist. Auf einem von Steinen eingefassten rostroten Erdpfad, geht es langsam zurück zur Rasthütte im Barranco de los Almácigos.


Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | Barranco de los Almácigos, ca. 1,5 Kilometer auf der Agregado Agua de Bueyes ab Agua de Bueyes, 35638, Las Palmas, Spanien |
| Gesamtlänge | 7,7 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 2 Stunden 50 Minuten |
| Anstiege | je 460 Höhenmeter Auf- und Abstieg |
| Schwierigkeitsgrad | leicht bis mittel |
| Anforderung | Grundsätzlich gut zu gehende, unschwierige Wanderung. Auf der Wanderstrecke gibt es keinen Schatten. Auf ausreichend Sonnenschutz und Flüssigkeit achten. |
| Einkehr | Keine Einkehr vorhanden. |
Ein Kommentar zu „Wandern auf Fuerteventura: Auf den Morro Janana“