„Die Bäume, die Sträucher,
die Pflanzen sind der Schmuck
und das Gewand die Erde“
(Jean-Jacques Rousseau)
Nach Feierabend gehe ich gerne ein paar Schritte, einfach um den Kopf frei zu pusten und etwas abzuschalten. Neben Minderung von Stress schüttet spazieren gehen Endorphinen aus und soll sich positiv auf das Immunsystem und die Herzgesundheit auswirken. Gründe genug, um sich regelmäßig etwas zu bewegen.
Mein Feierabendspaziergang führte mich dieses Mal am Rande der Freiburger Bucht, genauer gesagt nach Buchholz, einem Stadtteil von Waldkirch. Als Freiburger Bucht wird die Landschaft des oberrheinischen Tieflands um Freiburg herum bezeichnet. Räumlich wird sie vom Kaiserstuhl und Tuniberg im Westen, von der Mengener Brücke im Süden, der randlichen Vorbergzone mit Schwarzwald im Osten und Nord-Osten, sowie der Riegeler Pforte im Norden begrenzt. Ideal also, wenn die Anfahrt nicht allzu lange dauern soll. Folglich ist meine Anreise mit dem Zug relativ kurz und schon nach 12 Minuten Fahrzeit steige ich aus der Regionalbahn am Bahnhof in Buchholz aus.

Vom Bahnhof aus folge ich der Wegmarkierung mit der gelben Raute durch den Ortskern. Ich passiere die Kirche St. Pankratius und die beiden einladend aussehenden Gasthäuser Löwen und Straußi. Kurz nach dem Gasthaus zur Straußi biege ich rechts in den Badweg ab und befinde mich nun zwischen den Streuobstwiesen und Feldern im breiten Elztal. Der Duft von reifen, köstlichen Erdbeeren steigt mir sofort in die Nase und lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen.
Am Elzsteg halte ich mich rechts und folge nun der roten Raute des hier verlaufenden Querwegs. Der Duft der Erdbeeren wechselt nun zum Duft knackiger Äpfel, die mit ihren roten Bäckchen an den vielen Apfelbäumen am Wegesrand hängen. Ich nehme mir fest vor, nach dem Spaziergang frisches Obst zu kaufen und überlege bereits innerlich, wie ich es zubereiten werde.
Meine Gedankengänge werden kurz an der K5103 unterbrochen, aber nachdem ich die Straße überquert habe und nun parallel zur Elz weiterlaufe, schweifen die Gedanken wieder zu der möglichen Verarbeitung von Erdbeeren und Äpfel ab. Mein Weg führt mich weiter durch das flache Gewann Weihermatten. Ein Reiher begleitet mich auf meinem Weg entlang des Flusses. Der Querweg leitet mich langsam von der Elz weg, in Richtung Mauracher Berg. Ich entdecke noch ein paar Pflaumenbäume (leider mit noch unreifen Früchten) und gelange entlang eines Waldrands zum geschichtsträchtigen Mauracher Hof.

Von hier führen mich breite Treppenstufen hinauf zum sagenumwobenen Gemäuer der Severinskapelle. Die Severinskapelle ist die Ruine einer spätmittelalterlichen Wallfahrtskirche, welche mutmaßlich 1497 erbaut wurde. Der Sage nach soll der Namensgeber von Simonswald bzw. dem Simonswälder Tal, Simon vom Walde, regelmäßig mit seinem Gefolge zum Mauracher Berg geritten sein und den Gottesdienst besucht haben. Die Ruine birgt so manche Geheimnisse, die bis heute nicht gelüftet werden können.


Ich folge der Route weiter durch einen schattigen Wald entlang des Mauracher Bergs. Es eröffnen sich immer wieder Blicke auf den Kandel und der Ortschaft Denzlingen. Kurz nach dem Gedenkstein Sängerruh gelange ich in eine kleine Gartensiedlung. Reges Treiben zeugt von der Nutzung der liebevoll gepflegten Gärten.

Am Ende des Mauracher Bergs angekommen genieße ich noch die Sicht auf das Freiburger Becken mit Blick bis zum Freiburger Münster und den dahinter aufsteigenden Bergen des Schwarzwalds, ehe ich über einen schmalen Pfad hinab zu einem Spielplatz gehe. Von hier erreiche ich über die Brestenbergstraße und die Hindenburgstraße zügig den Bahnhof von Denzlingen, dem Endpunkt meines Feierabendspaziergangs.
Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | Bahnhof Buchholz, Eisenbahnstraße 8A, 79183 Waldkirch |
| Gesamtlänge | 5,6 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 1 Stunde 30 Minuten |
| Anstiege | je 80 Meter Auf- und Abstieg |
| Schwierigkeit | leicht |
| Anforderung | Keine besondere Anforderungen notwendig, auf der Tour befinden sich einige Treppen. |
| Einkehr | Unterwegs finden sich keine Einkehrmöglichkeiten, jedoch kann in Buchholz sowie in Denzlingen eingekehrt werden. |