Die Natur ist unendlich reich
und sie allein bildet den größten Künstler.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Als Grund, warum ich mich für die Wanderung am Hünersedel entschieden habe, war ein Post in einer Facebookgruppe, in der Mitglieder über ihre Wanderungen im Schwarzwald berichten. Die Beitragserstellerin entdeckte auf ihrer Wanderung dort Gottesanbeterinnen und da ich die Tiere so putzig finde, wollte ich unbedingt auch welche in freier Wildbahn entdecken.
Unsere Wanderung startet bei strahlendem Sonnenschein am Wanderparkplatz in Freiamt-Brettental in unmittelbarer Nähe zum Hotel Ludinmühle. Wir folgen der Hauptstraße entlang des Hotels ca. 400 Meter bis wir am Haus Dorfschmiede ankommen. Hier biegen wir rechts ab. Der Weg führt uns nun auf einem Feldweg bergauf in Richtung Sattel am Schönwasen. Auf dem Weg dorthin haben wir eine tolle Sicht auf die sanften Hügel rund um Brettental. Der Forstweg (markiert mit einer gelben Raute) führt uns nun entlang eines Waldrands nach Schönwasen. Hier eröffnet sich ein Blick ins Nachbartal nach Raubühl und einem Bauernhof, der sich als Ferienwohnung entpuppt.


Wir halten uns rechts, der blauen Raute in Richtung Hünersedel folgend und kommen in ein Waldstück. Die Straße führt uns durch den Wald zu einem Steinbruch, in dem roter Porphyr, ein vulkanisches Gestein, welches als unter anderem als Schotter Verwendung findet, gebrochen wird. Kurz nach dem Steinbruch verlassen wir den Wald und biegen auf den Ortenau-Baar-Weg links ab. Der Wiesenweg führt uns nun ca. einem Kilometer am Rande des oberen Brettentals entlang. Bei einem Blick ins Tal auf rechter Seite können wir die Häuser der Weiler Waldshut und Hocke sehen. Die ganze Region um Freiamt ist sehr ländlich und weit verzweigt. Überall finden sich in der hügeligen Landschaft Höfe und kleine Ortschaften wieder.

An der Verzweigung Brettentaler Eck biegen wir rechts ab. Nach ca. 500 Metern erreichen wir einen nach links abzweigenden Trampelpfad, welcher uns in Kehren hinauf zum Hünersedel führt. Als wir auf dem 744,3 Meter hohen Berggipfel ankommen, erwartet uns neben der Ankele-Schutzhütte auch ein 29 Meter hoher Aussichtsturm. Der im Jahr 2004 fertiggestellte Hünersedelturm bietet einen weiträumigen Rundumblick über die Rheinebene nach Straßburg und nach Colmar, die Vogesen, den Kaiserstuhl, über den nahezu gesamten Westabfall des Schwarzwaldes vom Blauen, Belchen, Schauinsland und Feldberg im Süden über den Kandel, Rohrhardsberg und Fohrenbühl bis zum Brandenkopf, Mooskopf und zur Hornisgrinde im Norden sowie die angrenzenden Täler des Mittleren Schwarzwalds (Elztal, Kinzigtal, Schuttertal, Bleichtal).


Wir beschließen bei dieser schönen Aussicht eine kleine Rast einzulegen und genießen unser mitgebrachtes Vesper mit Ausblick auf unsere wunderschöne Region. So schmeckt das Essen doch gleich viel besser. Beseelt und mit einem letzten Blick auf das Freiamtpanorama steigen wir die Treppen des Aussichtsturm herab und setzen unseren Weg fort. Über freies Gelände geht es leicht bergab zu den Dürrhöfen. Am dortigen Wanderparkplatz halten wir uns rechts Richtung Kreuzmoosmatten und dem Wanderheim Kreuzmoos, welches durch den Schwarzwaldverein unterhalten wird.

Am Wanderheim biegen wir nach der Grundstücksgrenze rechts ab und befinden uns nun auf einem Abschnitt des Zweitäler-Steigs, einem 106 Kiloemter langen Rundwanderweg durch das Elztal und das Simonswälder Tal. Entlang der Wegmarkierungen führt uns der Weg über eine Wiese mit Sicht auf die Schwarzwaldsilhouette, dem Kaiserstuhl und die Vogesen immer weiter bis zum Paulyhof, wo Kühe und Alpakas friedlich auf ihren Weiden grasen.

Wir biegen rechts ab und gelangen leicht ansteigen zum Hockenbühl, einer ca. 740 Meter hohen Erhebung. Über den Hockenbühl geht es nun zur Häusergruppe von Hocke hinunter. Unmittelbar hinter den Häusern schwenken wir links auf einen Feldweg und gehen über ein freies Feld bergab zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Wanderparkplatz Brettental.
Auf der wunderschönen und abwechslungsreichen Wanderung konnten wir leider keine Gottesanbeterinnen ausfindig machen. Auch wenn wir regelmäßig an den sonnigen Hängen die Pflanzen ausgiebig in Augenschein genommen haben, die grünen Insekten sind einfach perfekt getarnt. Gerade um den Gipfel des Hünersedels, dem Sattel des Schönwasens und auf den Wegen ab dem Wanderheim Kreuzmoos sah die Flora vielversprechend aus. Ich werde weiterhin die Augen offen halten, vielleicht entdecke ich bei meinen zukünftigen Wanderungen ein Exemplar der putzigen Fangschrecken.
Informationen zur Wanderung
Es empfiehlt sich eine Anreise mit dem PKW. Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls möglich. Es verkehren in unregelmäßigen Abständen Busse ab Emmendingen bzw. Kollmarsreute nach Freiamt Brettental (Haltestelle „Dorfschmiede“).
| Ausgangspunkt | Wanderparkplatz Brettental, Bildsteinstraße, 79348 Freiamt |
| Gesamtlänge | 12,4 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 3 Stunden 15 Minuten |
| Anstiege | 367 Meter An- und Abstieg |
| Schwierigkeit | mittel |
| Anforderung | Zumeist bequem zu gehende und gut markierte Wege. Festes Schuhwerk wird empfohlen. |
| Einkehr | Eine Einkehr ist auf dem Weg unter anderem im Café Luegemol und an der Wanderhütte Kreuzmoos möglich. Am Ausgangspunkt bietet sich das Hotel Ludinmühle für eine Einkehr an. Öffnungszeiten sind, abgesehen beim Hotel Ludinmühle, zu beachten. |