Wandern auf Fuerteventura: Rund um das Fischerdorf Los Molinos

„Die Freiheit ist wie das Meer:

Die einzelnen Wogen vermögen nicht viel,

aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich.“

(Vaclav Havel, tschechischer Schriftsteller)

Puertito de los Molinos, oder verkürzt einfach nur Los Molinos genannt, ist ein winziger Fischerort an der Westküste von Fuerteventura. Der kleine Hafen der Windmühlen, so lautet sein Name auf Deutsch, war einst ein Getreidehafen. Im Hinterland von Los Molinos, nämlich rund um Tefía wurde früher intensiv Landwirtschaft betrieben und das Getreide in den Mühlen, von denen dort noch einige stehen, gemahlen. Auch heute ist der Ort immer noch ein einsames und einfaches Fischerdorf und ein lohnenswertes Ziel für Wanderer und Menschen, welche ein original altes Fischerdorf sehen wollen. Badetouristen, welche auf der Suche nach langen Sandstränden sind, werden hier nicht fündig.

Hallo Los Molinos

Wir beginnen unsere Wanderung am Parkplatz direkt in Puertito de los Molinos. An einer großen Steinpyramide steigt ein Pflasterweg an der linken Seite der Bucht auf. Nach ca. 50 Metern empfängt uns eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht und den kleinen Ort. Die schwarzen Basaltklippen stechen wie Zacken einer gepanzerten Drachenhaut aus dem Meer empor. Wir genießen den Anblick noch etwas und nutzen die Kulisse für ein kleines Fotoshooting.

so eine Kulisse muss man nutzen

Nachdem man die Aussicht genossen hat, heißt es Augen auf bei der Suche des Pfades, welcher uns die Klippen hinauf zum Tablero de la Vega Vieja führen soll. Da uns kein Weg aufgefallen ist, vielleicht lag es an der starken Bewölkung, entschieden wir uns, die Basaltklippen teilweise zu erklettern. Vorsicht: das Gestein ist stellenweise lose und daher ist diese Art des Aufstiegs nicht für jedermann zu empfehlen. Wer keinerlei Klettererfahrung hat und/oder sich unsicher fühlt, lieber etwas länger nach dem undeutlichen Pfad suchen.

menschenleeres Hinterland

Oben angekommen genießen wir nochmal einen weitschweifenden Blick über die Bucht und wandern dann auf kaum erkennbaren Wegen, welche teilweise entlang der Abbruchkante der Küste führen, bis zum Barranco de la Cruz. Laut Wanderführer soll es hier einen schmalen Pfad hinab ins trockene Bachbett geben. Wir entschließen uns gegen einen Abstieg in die Schlucht, sondern wandern weiter landeinwärts, um auf einer breiten Sandpiste die Schlucht zu überqueren. 

Mündung der Barranco de la Cruz

Der schmale, an manchen Stellen leicht ausgesetzte Weg führt uns direkt an der Küste entlang. Der Wind verteilt feine, salzige Meereswassertröpfchen auf unser Gesicht und wir genießen das raue Küstenklima. Es sind kaum andere Wanderer unterwegs, so dass wir die bizarren Felsformationen an der Abbruchkante ganz für uns alleine haben.

Wir durchqueren noch einige Barrancos auf teils steilen, schmalen Pfaden und kommen nun zum Barranco de la Fuente Blanca. Ab hier verlassen wir die Küste Fuerteventuras und halten uns im kiesigen Bett der Schlucht landeinwärts. Wir passieren ein kleines Steinhäuschen und ca. 200 Meter weiter verlassen wir auf einem steilen Pfad linker Seite den Barranco de la Fuente Blanca. Am Rande der Schlucht angekommen, rückt ein wohlgeformter Hügel in unser Blickfeld. Eine sandige Piste führt uns direkt zum kleinen Berg, welcher keinen eigenen richtigen Namen hat, sondern lediglich Punkt 252 genannt wird. Am Gipfel des Hügels angekommen, haben wir einen schönen Ausblick auf die sanft gerundeten Hügelketten und das vorgelagerte Küstenplateau. Bei guter Sicht ist sogar der Leuchtturm von El Cotillo weiter nordwestlich zu erkennen.

Auf zu Punkt 252
Blick von Punkt 252

Kurz nach Punkt 252 fällt der Weg steil zum Lomo Recogederos ab. Wir folgen dem flachen Teilstück des Weges auf dem Bergrücken, ehe wir in den Barranco de las Geviotas absteigen. Wir passieren ein breites Geröllfeld und halten uns danach rechts weiter ins Landesinnere. In der Ferne tauchen nun langsam die Häuser des Ortes Las Parcelas auf.

Wir befinden uns hier in der Llano de las Salinas. In der Ebene der Salinen erreichen wir die FV-221, auf der wir mit dem Auto nach Los Molinos gekommen sind. Wir queren die Straße und erreichen einen Wanderparkplatz. Von dort führt uns ein von Steinen umsäumter Pfad zuerst parallel der Straße entlang. Nach kurzer Zeit erreichen wir eine Weggabelung. Wenn man hier rechts abbiegt, gelangt man zum Rand des Barranco de los Molinos und einem Aussichtspunkt, bei dem man einen Blick, in die für Fuerteventura ungewöhnlich grüne Schlucht erhält. Dieser Weg war leider aus Gründen des Vogelschutzes gesperrt, so dass wir unter den kritischen Blicken vieler Ziegen gezwungen waren, dem Weg entlang der Straße weiter zu folgen.

Barranco de los Molinos

Während die FV-221 zu einer weiten Kurve ausholt, steigen wir auf einem schmalen Pfad in den Barranco ab und erreichen nach ca. 10 Minuten Los Molinos. Die Eindrücke der Wanderung durch das menschenleere Hinterland Fuerteventuras lassen wir anschließend im Fischlokal vor Ort auf uns wirken und genießen noch eine Stunde den Blick in die Bucht von Puertito de los Molinos.

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktWanderparkplatz in Los Molinos, FV-221, 35611, Las Palmas, Spanien
Gesamtlänge11, 9 Kilometer
ungefähre Dauer3 Stunden 30 Minuten
Anstiegeje 440 Metern Auf- und Abstieg
Schwierigkeitsgradmittel
AnforderungDie erste Hälfte der Wanderung erfolgt auf schmalen, teilweise ausgesetzten Küstenpfaden, welche Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzen. Die zweite Hälfte der Wanderung verläuft hingegen auf relativ bequemen und breiten Wegen. Hinweise zum Natur- bzw. Vogelschutz beachten: Zwischen dem 01. Februar und dem 31. Juli sind die Wege im Barranco de los Molinos nicht zu verlassen. Auf ausreichend Sonnenschutz und Flüssigkeit achten.
EinkehrEine Einkehr ist am Anfang bzw. Ende der Wanderung im Restaurante Casa Pon. Los Molinos, FV-221, s/n, 35611 Puertito de los Molinos, Las Palmas, Spanien, möglich. 

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