„Vertrauen ist eine Oase im Herzen, die von der
Karawane des Denkens nie erreicht wird.“
(Khalil Gibran, libanesisch-amerikanischer Philosoph)
Die Barranco de las Peñitas ist eine beeindruckende Schlucht bei Vega de Río Palmas, einem kleinen Ort in der Gemeinde Betancuria und inmitten des imposanten Betancuria Massivs. Der Name des Ortes bedeutet auf Deutsch „Aue am Palmenfluss“ und das lässt sich perfekt auf die Wanderung übertragen.
Schon bereits zu Beginn der Wanderung fallen die vielen Dattelpalmen entlang der Schlucht auf. Inmitten der hohen, kahlen Berge wirken sie wie eine Oase in der kargen Landschaft. Der Wasserlauf der zu dieser Seltenheit beiträgt, ist der Mal Paso. Das Wasser entspringt dem Betancuria Massiv, genauer an der Flanke des Berges Morro Tegu und versorgt so das palmenreiche Tal mit der lebenswichtigen Flüssigkeit. Die dadurch entstehende Fruchtbarkeit trägt zu einem auf Fuerteventura eher ungewöhnlichen Landschaftsbild bei. In der Regenzeit konnte früher ein starker Fluss entstehen, so dass dieser in 40er Jahren sogar gestaut wurde, um die Wasserversorgung der Region zu verbessern.

Zum Zeitpunkt unserer Wanderung ist von den Wassermassen jedoch nicht sehr viel zu sehen und daher wandern wir durch das ausgetrocknete Flussbett und gelangen nach ca. 15 Minuten an den stark verlandeten Stausee. Der Anblick ist nahezu bizarr: wo früher einst Wasser gestaut wurde, ist nichts weiter als trockener Sandboden, mit Sträuchern und Schilf bewachsen, zu sehen.

Am Staudamm angekommen, erleben wir eine grandiose Aussicht in das Schluchtbett des Barrancos. Die Sicht in den v-förmigen Schluchtausgang ist mein persönliches Highlight der Wanderung. Ebenfalls sehenswert ist der Staudamm, der Presa de las Peñitas, selbst, unterscheidet er sich doch in der Bauweise her von den typischen Staumauern aus Beton. Oberhalb der Staumauer erhebt sich zudem der Pico de la Muda in den Himmel, was ein weiterer schöner Anblick darstellt.



Ab der Presa de las Peñitas bringt uns ein schmaler Steig in wenigen Minuten zur Ermita du Nuestra Señora de la Peña. Die kleine Wallfahrtskapelle aus dem 17. Jahrhundert schmiegt sich eng an die felsige Kante und war durch ihre hohe Lage stets vom Hochwasser der Regenzeit geschützt. In der Kapelle findet sich ein Gästebuch, in dem die Wanderer Eindrücke ihrer Wanderungen festhalten können. Zudem ist unter dem Schrein eine Gittertüre, durch die man der Madonna Bittbriefe zustecken kann.

Der schmale Pfad führt uns immer tiefer in die Schlucht. Auf linker Seite blickt man in mit Wasser gefüllte Gumpen und auf die durch das Wasser ausgewaschene Felsen. Die sanften Felsen der Schlucht geben einen Eindruck von der Kraft die dieser Lauf einmal gehabt haben muss. Ziegen klettern entlang der Felsen oder liegen im Flussbett und genießen das kühle Klima der Schlucht.

An einem Bruchsteinhaus angekommen schwenkt der Pfad leicht nach rechts und senkt sich dann sanft in den Barranco ab. Am trockenen Flussbett angekommen, erreichen wir unseren Umkehrpunkt. Trittsichere und abenteuerlustige Wanderer können hier über das Flussbett noch etwas tiefer in die Schlucht vordringen. Wir entscheiden uns jedoch für den Rückweg und kehren auf gleichem Wege nach Vega de Río Palmas zurück.

Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | Parkplatz bei der Casa de la Naturaleza, Calle, Cam. San Juan Torcaz, s/n, 35637 Vega de Río Palmas, Las Palmas, Spanien |
| Gesamtlänge | 5,7 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 1 Stunde 40 Minuten |
| Anstiege | Je 160 Meter An- und Abstieg |
| Schwierigkeitsgrad | leicht |
| Anforderung | Grundsätzlich gut zu gehende Wege. In der Schlucht ist der Pfad steinig und nicht immer eben. Der Weg ist mit weiß-grünen Wegzeichen markiert. |
| Einkehr | In der Casa de la Naturaleza kann man regionale Speisen in traumhafter Location genießen (https://www.casanaturaleza.net/) |