„Wir besteigen Gipfel, weil wir sie lieben,
wir lieben die Orte, an die sie uns bringen
und wir lieben es,
unterwegs etwas über uns zu lernen“
~Ed Viesturs, amerikanischer Bergsteiger~
Mit seinen 807 Metern ist der Pico de la Zarza (gelegentlich auch Pico de Jandía genannt) der höchste Berg Fuerteventuras. Der im Südwesten der Insel gelegene Berg ist das Überbleibsel eines vor 21 Millionen Jahren aus dem Meer aufgestiegenen Schichtvulkans. Vor etwas 12 bis 14 Millionen Jahren rutschte der nordwestliche Kraterrand ab und formte dadurch das heutige Jandía-Massiv.
Eine Wanderung auf den Gipfel des Pico de la Zarza ist ein Muss für jeden Aktivurlauber auf Fuertebentura, verspricht doch der Wanderführer eine atemberaubende Sicht auf Morro Jable, dem Örtchen Cofete sowie das Betancuria-Massiv und die Vulkanberge im Norden der Insel. Bei klarer Sicht soll sich sogar die Silhouette von Lanzarote zeigen. Voller Vorfreude steigen wir bei strahlend blauem Himmel in Corralejo ins Auto und fahren ins anderthalb Stunden entfernte Morro Jable. In Jandá Playa, einem Ortsteil von Morro Jable angekommen senkt sich unsere Vorfreude auf den Gipfelsturm etwas. Dichte Wolken umhüllen den Gipfel. Seinem Ruf als Wolkenfänger macht der Pico de la Zarza alle Ehre.

Dennoch lassen wir uns von unseren Plan einer Gipfelbesteigung nicht abbringen und starten unsere Wanderung am Parkplatz des Ventura Shopping Centers. Am Kreisverkehr, unmittelbar in der Nähe des Burger Kings, biegen wir links in die Calle el Quijote ab. Nach ca. 250 Meter biegen wir erneut links auf die Calle Sancho Panza ab. Sobald wir das Hotel Barceló Jandía Playa passiert haben, schwenkt die Straße nach rechts und eröffnet einem erste Aussichten auf den weiten Strand und die unzähligen Hotelanlagen Morro Jables. Wir folgen der Straße in Richtung Wasserreservoir Tanque Agua für ca. 3 Minuten und biegen dann rechts ab.
Nun befinden wir uns schon auf dem Weg, der uns bis zum Gipfel des Pico de la Zarza führen wird. Doch ehe wir auf dem höchsten Gipfel Fuerteventuras ankommen, besteigen wir nun den mit 211 Höhenmetern deutlich niedrigeren Talahijas. Als wir diesen hinter uns gelassen haben, liegt unser Weiterweg wie auf dem Präsentierteller vor uns.

Eine staubige und breite Piste führt uns nun auf dem breiten Rücken zwischen dem Valle de Vinamar und dem Valle Butihondo stetig hinauf in Richtung Gipfel. Der Aufstieg gestaltet sich problemlos, da die Steigung nicht besonders steil ausfällt. Je weiter wir hinaufsteigen, desto grüner und facettenreicher wird die Landschaft. Ziegen beobachten jeden unserer Schritte, ehe sie sich wieder dem Anknabbern von Sträuchern widmen. Nach circa 5,2 Kilometern erreichen wir das Ende der Piste und der Weg geht in einen mit größeren Steinen abgesteckten Pfad über, der sich nun in steilen, engen Serpentinen den Berg hinauf windet. Knapp unterhalb des Gipfels fallen uns große Bestände von König-Juba-Wolfsmilch ins Auge. Durch die Wolken haben es sich feine Wasserperlen auf den Blättern gebildet. Ebenso schlängeln sich kleine Eidechse entlang der Steine, die den Wegesrand markieren.

Auf ca. 750 Höhenmetern erreichen wir ein eingezäuntes Gebiet. Um die sensible Flora mit ihren endemischen Pflanzen vor unerwünschten Ausflügen von Ziegen und deren Verbiss zu schützen, wurde dieses Areal errichtet, der die Tiere von den Gipfelbereichen fern hält. Es ist daher besonders wichtig, dass das Tor im Zaun nach dem Passieren geschlossen wird. Wir setzen nun zum Endspurt auf den Gipfel an. Keine 10 Minuten später stehen wir auf dem Gipfel des Pico de la Zarza und ziehen uns erst einmal eine winddichte Jacke über. Wind und feuchte Luft sorgen dafür, dass der Körper hier zügig auskühlt. Die dichten Wolken lassen heute leider kaum ein Blick auf das sonst so atemberaubende Panorama zu. Gelegentlich reißen zwar vereinzelt ein paar Wolken auf, so dass wir immerhin ein Blick auf das unter uns liegende Morro Jable werfen können, aber mehr Aussicht ist uns nicht gegönnt. Mit oder ohne Aussicht, wir freuen uns, dass wir den Aufstieg so locker geschafft haben und genießen jede Sekunde auf dem Dach Fuerteventuras.



Nach einer ausgiebigen Pause, bei der wir von Raben beim Verspeisen unseres Vespers genaustens beobachtet werden, geht es für uns auf dem selben Weg hinab nach Jandía Playa.
Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | Ventura Shopping Center, Av. del Saladar, 1C, 35625 Pájara, Las Palmas, Spanien |
| Gesamtlänge | 15,5 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 4 Stunden 40 Minuten |
| Anstiege | Je 800 Meter Auf- sowie Abstieg |
| Schwierigkeit | mittelschwer |
| Anforderung | Insgesamt gut zu gehende Wege, welche mit weiß-gelben Wegzeichen markiert sind. Aufgrund der vielen Höhenmetern ist eine gute Kondition erforderlich. Ausreichend Sonnenschutz, Wasser und eine Windjacke mitnehmen. |
| Einkehr | Auf der Wanderung gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. In Morro Jable bzw. Jandía Playa finden sich hingehen zahlreiche Restaurants und Cafés. |