„Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent,
zur Mitfreude nur wenigen.“
~ Friedrich Hebbel ~
Seit März 2023 bin ich aktives Mitglied im Schwarzwaldverein. Neben Aktivitäten wie Wanderwegemarkierung und -pflege, Naturschutz, Heimatpflege, sowie Familien- und Jugendarbeit im Schwarzwald, gibt es natürlich auch Wander- und Natursportangebote. Eine tolle Möglichkeit mit Gleichgesinnten, egal welchen Alters, wandern zu gehen.
Unter anderem wurde dieses Jahr in der Ortsgruppe Freiburg der Hochschwarzwälder Hirtenpfad, ein abwechslungsreicher Genießerpfad, in einer erweiterten Version, angeboten. Aufgrund der ansprechenden Kurzbeschreibung sagte ich sofort zu. Und so saßen wir an einem sonnigen Morgen Anfang Mai im Zug Richtung Schluchsee, wo wir an der Haltestelle Altglashütten-Falkau ausstiegen.
Am Bahnhof folgen wir einem geschotterten Spazierweg entlang des Bachlaufes des kleinen Flüsschen Haslach in Richtung Lenzkirch/Wasserfall. Anfang Mai kann es im Hochschwarzwald nachts noch richtig kalt werden, daher sind die Wiesen und der Bachlauf mit Raureif überzogen und bieten im glänzenden Sonnenlicht ein wunderschönen Anblick.

Am Ortsrand von Falkau erreichen wir einen Sportplatz, welchen wir halb umrunden, um anschließend zur Verzweigung am Wegweiser „Erich Fink Weg/ Parkplatz Minigolf“ kommen. Wir halten uns rechts, um gleich nochmal rechts abzubiegen und gehen über eine Holzbrücke in Richtung Skilift.
Von hier geht es am linken Rand der Skipiste bergauf. Nach Überquerung eines breiten Schotterweges steigen wir weiter geradeaus an Richtung Hohspirn und Berger Stierhütte. Der Weg führt kurz in einen Wald hinein und mündet an dessen oberen Ende in einen Trampelpfad. Der Pfad führt über Wiesen, links an der Berger Stierhütte vorbei, weiter zum Hohspirn, einem 1.074 Meter hoch gelegenen Gipfel, von wo man einen herrlichen Blick auf das Hochtal von Raitenbuch hat. Der Hohspirn stellt übrigens den höchsten Punkt der Wanderung dar.
Am Hohspirn erreichen wir den offiziellen Teil des Hochschwarzwälder Hirtenpfads. Wir halten uns links und folgen dem gut markierten Pfad in Richtung Klausenhof. Der anfänglich sonnige Himmel verfinstert sich langsam. Es wird ja hoffentlich kein Gewitter aufkommen?!
Immer entlang des Waldrandes führt uns nun der Weg durch das Raitenbucher Hochtal. In regelmäßigen Abständen informieren Schilder mit Fotos und Texten über das frühere Lebens der Hirten in dieser Gegend. Sogar ein Zwitscherkasten, gefüllt mit leckerem Schnaps, entdecken wir.

Nach ungefähr 30 Minuten mündet der schmale Weg in den Hohenweg, einem breiten Waldweg. Der folgende Wegabschnitt ist wenig spektakulär. Am Wegweiser Klausenhof angekommen halten wir uns rechts Richtung Berg und erreichen bald einen schön gelegenen Picknickplatz. Da wir fast die Hälfte der Wanderung geschafft haben, nutzen wir die Sitzgelegenheiten für eine Pause. Lange währt die Pause jedoch nicht, da in der Ferne leises Donnergrollen zu hören ist und wir schnell zum Aufbruch drängen.
Vom Picknickplatz aus geht es nun auf einem gut markierten Trampelpfad bergab in Richtung Raitenbuch. Entlang des Pfades tummeln sich Schmetterlinge und sonstige fliegende Insekten. Überall brummt es und ein besonders schönes Exemplar eines Schwalbenschwanzes huscht uns vor die Linse.

Durch bewaldetes und offenes Gelände geht es bergab bis zur Raitenbucher Straße, welcher wir kurz folgen. Nach ca. 50 Meter überqueren wir die Straße, um dann steil hinab zum Stoffelbächle zu gelangen. Von dort geht es zur Hofeinfahrt des Möslehofs, wo wir an einem kleinen Verkaufsstand leckeren Honig finden (absolute Kaufempfehlung). Auf dem asphaltieren Möslehofweg geht es hinunter bis zum Ursee. Wegen der seltenen Flora und Fauna sowie seiner landschaftlichen Schönheit wurde der Bereich um den See schon im Jahre 1940 zu einem der ersten Naturschutzgebiete im Schwarzwald erklärt, nach denen von Feldberg und Wutachschlucht. Um den Ursee ranken sich zudem einige Sagen und Geschichten.

An einer Infotafel rund um das Naturschutzgebiets Ursee-Moor biegen wir rechts ab und folgen dem geschotterten Weg, ca. 100 Meter weit, bis zum Wegweiser „Am Möslehof“. Ab dort führt einer breiter Forstweg bergauf in Richtung Raitenbuch. Auf dem Weg finden sich weitere Schautafeln rund um die Ursee-Geschichte, Gletscherbewegungen und Hochwiesen. Die Markierung des Hirtenpfads führt uns nun auf einen schmalen Trampelpfad, welcher uns mal leicht bergan oder bergab durch die Kulturlandschaft um Raitenbuch führt.

Am Wegweiser „Am Wildenhof“ angekommen, verlassen wir den Hirtenpfad und biegen links auf eine asphaltierte Straße in Richtung Windgfällweiher ab. Der Weg ist nun mit einer blauen Raute markiert. Auf dieser Teilstrecke haben wir trotz vieler Wolken Sicht auf den Feldberg. Hier oben ist es himmlisch ruhig, lediglich das ferne Donnergrollen und das Meckern der am dunklen Himmel umherfliegenden Greifvögel ist zu vernehmen.


Am Wegweiser „Holzmatten“ biegen wir rechts ab und erreichen nach ca. 1,5 Kilometer den Windgfällweiher, einem Stausee zwischen dem Titisee und dem Schluchsee. Wir genießen den Blick auf den dunklen See und biegen ca. 100 Meter vor der Einmündung der Straße in die B500 rechts ab in den Gottwinaweg. Der Gottwinaweg ist ein schmaler Pfad, welcher uns an den Bahngleisen entlang zurück nach Altglashütten führt. Am Bahnhof in Altglashütten angekommen, entlädt sich das immer näher gekommene Gewitter in einem heftigen Schauer. Uns ist es egal, wir sitzen in der Bahnhofsgaststätte und lassen die schöne Wanderung bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Informationen zur Tour:
| Startpunkt | Bahnhof Altglashütten, 79868 Feldberg |
| Gesamtlänge | 14,4 Kilometer |
| Ungefähre Dauer | 4 Stunden und 30 Minuten |
| Anstiege | je 330 Höhenmeter Auf- wie Abstieg |
| Schwierigkeit | mittel |
| Anforderung | Vorwiegend gut zu gehende Wald- und Wiesenpfade. Eine gewisse Grundkondition sowie Trittsicherheit sind jedoch von Vorteil. |
| Einkehr | Am Bahnhof ins Altglashütten, am Windgfällweiher sowie in der Ortsmitte von Altglashütten befinden sich Einkehrmöglichkeiten. Ruhetage beachten. |