Wandern auf Mallorca: Von Port de Sóller zum Künstlerort Deià

„Das Geheimnis der Kunst liegt darin,

dass man nicht sucht, sondern findet“

(Pablo Picasso)

 

Das Wandern auf Mallorca ist eine tolle Möglichkeit, die malerischen Landschaften, die vielseitige Natur und die wilden Küsten zu erleben. Entlang der Steilküste von Port de Sóller finden sich unzählige Wanderrouten, um die ruhigen und stillen Buchten sowie die faszinierende Flora und Fauna der größten balearischen Inseln kennen zu lernen.

Ziel unserer Wanderung ist der kleine Ort Deià, welcher inmitten des Tramuntana Gebirges liegt. In einer Klamm am Fuße des Berges Teix gebettet, gilt der Ort als Künstlerdorf Mallorcas. Mit seinen honigfarbenen Steinhäusern und den hübschen verwinkelten Gassen bietet Deià einen idyllischen und wildromantischen Eindruck – ein Besuch ist ein absolutes Muss, wenn man auf Mallorca ist.

Wir beginnen unsere Wanderung kurz nach einem ausgiebigen Frühstücks am Bahnhof von Port de Sóller. Wir folgen den Schienen zur Strandpromenade Platja den Repic. Um die Uhrzeit ist es ruhig im Küstenort, nur wenige Menschen sind schon auf den Beinen und so können wir den Blick auf den menschenleeren Strand und die große Bucht richtig genießen.

Die Bucht von Port de Sóller

Am Hotel „Los Geranios“ biegen wir links ab und folgen der kleinen Teerstraße Camí del Camp de sa Mar ca. 5 Minuten lang. Nun halten wir uns rechts auf einen breiten Pflasterweg und gelangen nach ca. 150 Meter auf den GR221 in Richtung Deià.

entlang des Camí del Camp de sa Mar

Der Weg führt leicht bergauf durch einen lichten Wald, welcher langsam in einen Olivenhain übergeht. Über knorrige Ölbäume hat man einen wunderschönen Blick auf Port de Sóller.

Aussicht genießen

Der gut markierte Weg führt uns durch weitere Olivenhaine und Schafweiden zum Gutshof Muleta Gran. Das Hinterland von Mallorca ist hier wenig frequentiert und daher angenehm still. Das imposante Bergmassiv der Tramuntana wacht über jeden unserer Schritte und wir genießen die Sicht auf die hohen Steinriesen. Das gleichmäßige Gehen kombiniert mit der tollen Aussicht wirkt wie Balsam auf die Seele und wir entwickeln ein Gefühl völliger Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Idylle pur

Wir bleiben weiter auf dem GR221, welcher bei einer Villa von einem Erdweg in ein Asphaltsträßchen übergeht. Dieser folgen wir, bis wir zur Ma-10 ankommen. Auf dieser gehen wir ca. 150 Meter bis zum Hotel Corazon und biegen dann rechts auf einem breiten Weg ab. Nach weiteren ca. 50 Metern halten wir uns geradeaus und kommen nun zur Capella de Castelló. Dort biegen wir rechts ab und gehen zur Finca Son Mico. Auf der aussichtsreichen Terrasse hat man erneut einen traumhaften Blick auf die Serra de Tramuntana. Ebenso lädt die Terrasse zu einer Rast ein, denn in der Finca gibt es frischen Orangensaft und Zitronenkuchen.

Aussicht auf den Puig Major und die Capella de Castelló

Nach einer kurzen Rast verlassen wir die Finca und befinden uns nun auf dem gepflasterten Camí de Castelló, einem alten Dorfverbindungsweg nach Deià. Der Camí de Castelló führt uns durch einen schattigen Mischwald. Wir gelangen zur Finca Son Coll und verlassen nach ca. 5 Minuten den GR221 in Richtung des Örtchen Llucalcari.

Entlang des Camí de Castelló

Der Weg hier ist etwas unübersichtlich und führt auf einem schmalen Pfad durch hohes Gestrüpp. Der Pfad mündet kurz danach auf einem breiten Fahrweg, welchen wir bergab zur Ma-10 folgen. Wir überqueren die Landstraße und nehmen den Treppenweg, der bald darauf in die Dorfstraße von Llucalcari übergeht. Llucalcari ist ein kleiner, verschlafener Ort mit nicht mehr als 15 Häusern, dennoch lohnt sich eine Besichtigung.

In Llucalcari

An der Kapelle führt ein unscheinbarer Pflasterweg zwischen zwei Häusern hindurch. Wir passieren einen Mauerdurchlass und gehen ein paar Steinstufen hinab, um danach ca. 20 Meter weiter scharf links auf einen schmalen, wenig ausgeprägten Pfad abzubiegen. Auf diesem Pfad gelangen wir durch einen Kiefernwald hinab in Richtung Meer. An einem Haus kurz oberhalb der Küste treffen wir auf einem Querweg, auf den wir links abbiegen.

Entlang der Küste

Der Pfad zieht sich nun entlang der Felsenküste und dem türkisgrünem Meer. Auch hier ist der Weg unübersichtlich, daher halten wir regelmäßig Ausschau nach den roten Farbpunkten, welche den Weg markieren. Nach ca. 20 Minuten erreichen wir einen kleinen Rastplatz. An einem Steintisch unter Aleppokiefern genießen wir, bei Sicht aufs Meer, ein kleines Vesper und tanken unsere Energiespeicher auf. 

 Kurz darauf queren wir zwei Schluchten. Der spannende Wegabschnitt ist hier mit einem Geländer gesichert und wir bestaunen die steilen, rauen Kalkklippen. Die Gischt der tosenden Wellen unter uns schafft es fast zu unseren Füßen herauf.

Immer der Steilküste folgend, kommen wir nun zur Cala de Deià. Die kiesige Bucht ist trotz Nebensaison gut besucht. Das sonnige Wetter und das glasklare Wasser lädt die Besucher zum Baden und Verweilen ein. Ich strecke meine Hand ins Wasser und bin erstaunt, dass das Meer in der Bucht bereits Mitte März angenehm warm ist.

Deià kommt in Sicht

Kurz oberhalb der Bucht kommen wir zu einem Parkplatz. Von diesem führt eine Teerstraße landeinwärts. Nach ca. 10 Minuten verlassen wir die Straße und biegen rechts ab. Wir überqueren mit Hilfe einer kleinen Brücke das Flüsschen Torrent Major und gelangen auf einen Pflasterweg, der uns bald durch einen wunderschönen Obstgarten mit Orangen-, Aprikosen- und Kirschbäumen führt. Schon bald kommt der Ortseingang von Deià in Sicht. An der Weggabelung am Rufugi Can Boi folgen wir links wieder dem GR221 durch den Ort. Wir passieren die hübschen Häuser mit ihren von Blumen verzierten Fassaden und gelangen nun zur Hauptstraße des Künstlerorts, wo wir an der Bushaltestelle unsere Wanderung beenden. Von hier geht es mit dem Bus zurück nach Port de Sóller.

In Deià angekommen

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktBahnhof Port de Sóller, Carrer de la Marina, 07108 Port de Sóller, Illes Balears, Spanien
Gesamtlänge16,4 Kilometer
Ungefähre Dauer5 Stunden
Anstiege590 Meter bergauf, 420 Meter bergab
Schwierigkeitsgradmittel
AnforderungGrundsätzlich gut zu gehende Wege, teilweise ist die Markierung lückenhaft (vor allem ab Llucalcari Richtung Meer und an der Küste nach Cala de Deià). Eine gewisse Grundkondition wird empfohlen.
EinkehrWährend der Wanderung ist eine Einkehr an der Finca Son Mico ganzjährig möglich. Während der Hauptsaison kann in Cala de Deià ebenfalls eingekehrt werden. Am Ende der Wanderung warten in Deià Restaurants und kleine Cafés auf hungrige und durstige Gäste.

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