„Es ist gut, etwas Langsames zu tun,
bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.“
(Paulo Coelho)
Thann ist eine französische Kleinstadt im Département Haut-Rhin gelegen. Sie liegt in den Vorbergen der Vogesen am Flüsschen Thur, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Mulhouse. Der Ort wurde urkundlich das erste Mal im Jahr 1290 erwähnt und war im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Im Ort finden sich einige Sehenswürdigkeiten, die wir im Zuge einer kleinen Stadtwanderung besichtigen wollen.
Wir starten unsere Wanderung an einem Parkplatz etwas außerhalb von Thann und überqueren auf einer kleinen hölzernen Brücke den Fluss Thur. Wir halten uns links und folgen dem Bachlauf immer weiter in Richtung Altstadt. Auf rechter Seite ziehen sich Reben weit den Hang hinauf. Entlang des Weges sind Infotafel aufgestellt, die die Geschichte des Weinbaus in Thann darstellen.

Nach ca. einem Kilometer halten wir uns links und passieren die Thur erneut und befinden uns nun auch dirket in der Altstadt. Unser Weg führt uns direkt zum Münster von Thann, einer imposanten gotischen Kirche. Sie gilt neben den viel größeren Münstern zu Strasbourg und Freiburg im Breisgau als eines der Haupt- und Meisterwerke gotischer Bau- und Ausstattungskunst am Oberrhein.

Wir schlendern noch etwas durch die Gassen der Innenstadt, ehe wir langsam in Richtung Ruine der Engelsburg aufbrechen. Hierfür geht es, typisch Burg, steil bergauf. Oben angekommen erwartet uns bereits ein toller Blick über die Stadt Thann. Highlight sind jedoch die Überreste der Château dʼEngelbourg. Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Pfirt erbaut, gelangte sie später an das bekannte Haus Habsburg und dann an die französische Krone. König Ludwig XIV., welcher auch als Sonnenkönig bekannt ist, gab 1673 den Befehl, die Anlage zu schleifen, sprich die Burg abzureißen, seither ist sie eine Ruine. Seit dem 6. Dezember 1898 steht die Burgruine unter Denkmalschutz und gehört inzwischen der Stadt Thann. Ihr markantestes Bauteil ist ein Rest des im 17. Jahrhundert gesprengten Bergfrieds, der im Volksmund „Hexenauge“, auf Französisch lʼœil de la sorcière, genannt wird. Die Ruine ist gut besucht, Kinder spielen in der Ruine Verstecken oder rennen über die Anlage, während die Erwachsenen sich mit der Geschichte der Engelsburg befassen. Wir suchen uns einen gemütlichen Sitzplatz und genießen die Aussicht mit einem mitgebrachten Bier.


Wir verlassen die Engelsburg über den Schlossweg (Markierung: blauer Punkt). Im Ort angekommen biegen wir an der nächsten Kreuzung rechts in die Rue du Kattenbachy ab. Dieser folgen wir ca. 400 Meter und nehmen eine schmale Treppe hinauf zur Rue Montaigne. Nun befinden wir uns in den Weinbergen von Thann. Dieser Abschnitt bietet erneut eine tolle Sicht auf Thann sowie die umliegenden Ortschaften.


Nach ca. 1,3 Kilometern biegen wir rechts auf den Renschelweg (Markierung: gelbes Dreieck) ab. Der breite Forstweg führt uns nun durch einen lichten Wald bergab bis zur hölzernen Brücke, über der wir zum vierten Mal das Flüsschen Thur überqueren, um anschließend bei unserem Ausgangspunkt anzukommen.

Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | kostenfreier Parkplatz, Chem. du Renschel, 68800 Vieux-Thann, Frankreich |
| Gesamtlänge | 6 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 1 Stunde 40 Minuten |
| Anstiege | je 140 Metern bergauf und bergab |
| Schwierigkeitsgrad | leicht |
| Anforderung | leicht und gut begehbare Wege, welche kein besonderes Können erfordern. Grundsätzlich ist die Tour auch mit einem Kinderwagen zu begehen. Treppen oder steinige Wegpassagen können umgangen werden. |
| Einkehr | eine Einkehr ist im Ort Thann möglich, dort warten kleine Cafés und Bistros auf hungrige sowie durstige Besucher. |