„Respond to every call
that excites your spirit.“
(Rumi)
An einem sonnigen Apriltag sitzen wir in der Straßenbahn S8 von München in Richtung Ammersee mit Ziel Seefeld-Hechendorf, dem Start unserer heutigen Frühlingswanderung. Mit jedem Kilometer, an dem die langsam erwachende Natur an uns vorbeirauscht, steigt die Vorfreude auf unsere Tour im Münchener Umland. Im kleinen Örtchen Hechendorf versorgen wir uns noch mit frischen Lebensmitteln für ein zünftiges Vesper und schon kann es losgehen.
Unser erstes Etappenziel ist das Schloss Seefeld. Vom Bahnhof Seefeld-Hechendorf geht es hinab zur Seefelder Straße und entlang dieser in Richtung Ortschaft Seefeld. Schon auf den ersten Metern merken wir, dass sich die Natur hier teilweise noch im Winterschlaf befindet. Zarte Pflanzentriebe oder erste Frühlingsblumen, wie wir sie bereits in Freiburg schon gesehen haben, sind hier rar.

In Seefeld steigen wir einen steilen Treppenweg hinauf zum Schloss. Das erstmals 1302 erwähnte Schloss Seefeld ist seit Mitte des 15. Jahrhunderts im Familienbesitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach. Im 18. Jahrhundert erhielt es seine heutige barocke Form. Über eine Brücke betreten wir den Schlosshof und schauen uns erst mal etwas um. Neben einem Bräustüberl befinden sich hier unter anderem auch ein Juweliergeschäft, ein Bekleidungsgeschäft und ein Kino.

Wir verlassen den großzügigen Schlosshof und steigen auf einem Fußweg hinab ins waldige Tal des Höllgrabens. Auf einem schönen, schmalen Waldweg entlang des Baches geht es für uns nach Widdersberg und zum Widdersberger Weiher.



Wir folgen der Hauptstraße durch den Ort bergauf und biegen am Schild „Fußweg nach Andechs“ rechts in die Friedinger Straße ab. Der breite, asphaltierte Wirtschaftsweg führt uns aus Widdersberg hinaus. Bald eröffnet sich uns eine prächtige Aussicht auf den Ort Andechs und seiner imposanten Kirche, welche in ca. 4,5 Kilometern Entfernung auf dem Andechser Berg thront. Bei klarem Wetter erfreuen sich Wanderer auch an einem Ausblick auf die Alpenkette inklusive Zugspitze. Heute ist es zwar sonnig, aber leider diesig, so dass wir uns die, zu dieser Jahreszeit noch verschneiten Alpen, hinzudenken müssen.

Wir queren die Verbindungsstraße Herrsching-Frieding und kommen langsam in einen Wald. Der Weg verläuft hier etwas „orientierungslos“ über einen Geländerücken und anschließend ca. 3 Kilometer über einen Höhenzug. Es ist angenehm still im Wald und kein anderer Wanderer begegnet uns. Wir wandern schweigend nebeneinander her und genießen die Natur.

Langsam nähern wir uns Andechs und als der Wald anfängt sich zu lichten, genießen wir erneut den Blick auf den Ort. Wir finden eine Bank und beschließen die Aussicht bei einer Rast noch etwas länger zu genießen.
In Andechs angekommen, führt uns der Weg direkt zur imposanten Kloster- und Wallfahrtskirche. Meter für Meter steigen wir zum Benediktinerkloster auf den „Heiligen Berg“ hinauf. Bekannt ist das Kloster unter anderem für seine Klosterbrauerei. Sie ist heute in Deutschland die größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die durch eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig geführt wird. Das Bräustüberl des Klosters lockt mit seiner Küche und des Bieres unzählige Touristen und Einheimische an. Dies ist kaum zu übersehen, denn der Biergarten ist sehr gut besucht und wir entscheiden uns, dem Trubel etwas zu entkommen und den Weg fortzusetzen.


Von der Klosterkirche führen Treppenwege hinab ins Kiental. Der Kienbach, welcher unter uns durch das Tal fließt, ist ein Zufluss des Ammersees, dem drittgrößten Voralpensees Bayerns. Wir folgen dem breiten Weg durch das Tal immer weiter hinab in den Ort Herrsching, vorbei an noblen Häusern bis hin zum Ufer des Ammersees. Hier lassen wir die Wanderung bei einem Glas Bier und Wein in der Sonne ausklingen.

Informationen zur Wanderung:
Mit dem Auto erreicht man Hechendorf, von München kommend, über die A96, Abfahrt Wörthsee. Wenn man mit dem ÖNPV anfahren möchte, kommt man mit der S-Bahnlinie S8 direkt vom Münchener Hauptbahnhof zum Bahnhof Seefeld-Hechendorf.
| Ausgangspunkt | Bahnhof Seefeld- Hechendorf, Bahnhofstraße, 82229 Hechendorf |
| Gesamtlänge | 16,1 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 4 Stunden 30 Minuten |
| Anstiege | 230 m bergauf und 240 bergab |
| Schwierigkeit | mittel |
| Anforderung | Teilweise schmale und wurzelreiche oder steile Waldwege, ansonsten breite Feldwege und etwas Asphaltstraßen. Orientierungssinn bzw. GPS-Track erforderlich, da es auf dem Weg so gut wie keine Beschilderung gibt. |
| Einkehr | Auf dem Weg kann man in der Andechser Bräustüberl, Bergstraße 2, 82346 Andechs (https://www.andechs.de/gastronomie/braeustueberl.html) einkehren. In Herrsching findet sich eine Vielzahl von Restaurants, Cafés und Bistros. Empfehlenswert ist z.B. das Restaurant Steg 32, Summerstraße 32, 82211 Herrsching am Ammersee, welches direkt an der Promenade gelegen ist und einen tollen Blick auf die Alpenkette bietet (https://steg32.de/). |