Wandern am Lago Maggiore: Von Belgirate nach Stresa

„Finde immer wieder Zeit für Dinge,

die dich daran erinnern,

wie schön das Leben ist“

~ Folker Alisch ~

Der Lago Maggiore ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsort. Gründe hierfür gibt es zuhauf, so säumen pittoreske Städtchen mit ihren Altstädten und Promenaden sowie wunderschöne (Bade-)buchten das Ufer des 64,37 Kilometer langen und bis zu 10 Kilometer breiten Sees. Des weiteren locken das milde Klima, die Sicht auf die Berge und das kulinarische Angebot die Menschen an den bekannten See. Für Aktivurlauber bietet die Voralpenlandschaft mit ihren Bergen und tiefen Tälern eine große Bandbreite von Möglichkeiten an Wanderungen oder Radtoren. Kurzum, eine Region, in der man immer wieder gerne zurückkommt.

Und so verwundert es nicht, dass wir im September wieder ein paar Tage am Lago Maggiore verbracht haben. Dieses mal führte unser Weg uns nach Stresa, einer am westlichen Ufer und auf italienischer Seite des Lago Maggiores gelegenen Gemeinde. Neben einem Besuch des Palastes und der Gärten der Isola Bella, die zweitgrößte Borromäische Insel, dem Bestaunen der Grand Hotels und dem Genuss von Pizza und Wein, stand natürlich auch eine Wanderung auf unserem Plan.

Der Bahnhof in Stresa, bisschen retro

Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit dem Zug in die benachbarte Gemeinde Belgirate, unserem Startpunkt der Wanderung. Nach der kurzen Fahrt ging es für uns hinab an die lebendige Uferzone.

Schmale Gässchen…
… und religiöse Bildchen überall.

An der Pfarrkirche von Belgirate, an der Via Mazzini 77 erwarten uns 76 Stufen einer Treppe, welche uns durch eine schmale Gasse den Berg hinauf führt. Stetig geht es für uns bergauf, bis wir am Friedhof von Belgirate ankommen. Hier oben findet sich eine alte Kirche. Am Vorplatz dieser aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche hat man eine traumhafte Sicht auf den durch die Sonne glitzernden See.

Traumhafte Aussicht
Der Friedhof von Belgirate

Am Friedhof, der typisch italienisch mit vielen kleinen Mausoleen bestückt ist, folgen wir nun dem Weg VL2. Von hier an geht es erst mal nur bergauf. Bei strahlendem Sonnenschein und entsprechender Hitze geht dies ganz schön auf die Kondition. Der Weg verläuft hier durch oder entlang stiller Wäldchen oder über trockene Wiesen. Uns begegnet kein anderer Wanderer und wir genießen daher die Ruhe und die Ausblicke in die Natur. Nach ca. 1,5 Kilometer und 250 Höhenmetern erreichen wir das kleine Örtchen Calogna.

immer bergaufwärts
Trinkbrunnen in Calogna

In der Ortsmitte finden wir einen kleinen Trinkbrunnen, an dem wir unsere Arme kühlen, ehe wir beim Waschhaus des Ortes nach rechts abbiegen. Am Ortsausgang befindet sich die Kirche von Calogna. Wer eine Pause machen möchte, findet hier Bänke zum Verweilen. Aufgrund der Sonne ist uns hier heute jedoch nicht nach einer Pause zumute, uns zieht es weiter in den Schatten der Bäume, welche den weiteren Weg aus dem Ort hinaus säumen. 

Wir folgen dem rot-weiß markierten Pfad und erreichen nach ca. 10 Minuten die Capella San Paolo und weitere 15 Minuten später kommen wir zur Votivkapelle Coppelle. Überhaupt handelt es sich bei unserer Wanderung um einen Weg der Votivkapellen, knapp 300 dieser Kapellen sollen in diesem Gebiet stehen. Ich hoffe die Kapellen wurden eher mit der Bitte um Erfüllung eines bestimmten Wunsches gestiftet und nicht aus Dank für die Rettung aus einer Notlage. Das wäre kein gutes Zeichen für die Region.

Votivkapelle Coppelle
Schmale, steingesäumte Pfade

Die schmalen, teilweise mit kleinen Steinen gepflasterten, Wege führen auf diesem Abschnitt der Wanderung entlang der typischen Steinmauern, welche es am Lago Maggiore so oft zu sehen gibt. Überall raschelt es, wenn eine Eidechse oder ein Vogel, gestört von unserer Anwesenheit, durch das Laub wuselt. Nach weiteren einsamen 15 Minuten Fußweg durch die Natur erreichen wir das Örtchen Magognino.

Seesicht

Auch hier führt uns der Weg zuerst zur Kirche in der Ortsmitte. Von dort geht es zur kleinen Piazza Vittorio Veneto, welche mehr Straßenkreuzung als Piazza ist und folgen nun vom dem blauen Wegweiser „5 Stresa“ die Strada di Sant‘Albino steil abwärts. Die Örtchen liegen alle in völliger Stille da, lediglich merkt man die neugierigen Blicke der Anwohner, welche sie von ihren Balkonen auf uns herab werfen. Auf dem gepflasterten Weg erreichen wir nun den Friedhof von Brisino. Kurz nach dem Friedhof biegen wir rechts ab und folgen dem VL2 weiter in Richtung Stresa. Von hier geht es nun immer weiter den Berg hinab. Wir passieren die von 1657 bis 1727 erbaute Kirche Oratorio di Passera und lauschen den (Tier-) Geräuschen, welche hinter den Parkmauern des Parco Pallavicino, einem 18 Hektar großen Park, welcher sich entlang des Stresa-Seeufers erstreckt, zu hören sind.

Von hier aus ist es kein Kilometer mehr, ehe wir am Ufer des Lago Maggiores ankommen und die Wanderung mit einem Glas Wein ausklingen lassen können.

dolce vita

Informationen zur Wanderung:

AusgangspunktPfarrkirche von Belgirate, Via Mazzini 77, 28832 Belgirate VB, Italien
Gesamtlänge8,9 Kilometer
Dauerca. 3 Stunden
Anstiege370m Anstieg, 340m Abstieg
Schwierigkeitleicht
AnforderungEine einfache Wanderung, welche am Anfang der Tour trotzdem etwas Kondition erfordert.
EinkehrIn Belgirate und in Stresa locken viele Cafés und Restaurants zur Einkehr. Uns verschlug es in Stresa in das Lokal „La Verbanella“ (Corso Umberto I, 2, 28838 Stresa VB, Italien), hier hatten wir einen tollen Blick auf den See und Berge in Richtung Verbania

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