„Sich an jedem Moment zu erfreuen-
das ist Sinn des Lebens.“
(Verfasser unbekannt)
Am 22. Juli 2023 war es soweit, ich stand kurz davor, meine 100. Wanderung zu gehen. Sie sollte, wie die 50. Wanderung, eine besondere Tour sein: traumhafte und abwechslungsreiche Landschaften, ruhig und definitv sollte eine Einkehr entlang der Wegstrecke möglich sein, schließlich möchte ich diesen Meilenstein gerne mit einem Glas Sekt zelebrieren. Also fing ich an meine Wanderführer zu durchforsten und fand eine kurzweilige, abwechslungsreiche Wanderung rund um Elzach, einer kleinen Stadt im Naturpark Südschwarzwald.
Mit dem Zug ging es von Freiburg an einem schönen sonnigen Sommertag los in Richtung Elztal. Die „Goldener-Kopf-Tour“ versprach herrliche Aussichten über das Elztal sowie ein ständiges auf und ab auf abwechslungsreichen Wegen. Wundervoll. Wir starteten unsere Tour am Bahnhof in Elzach und dort ging es auch gleich schon los mit dem Anstieg. Wir folgten zunächst der blauen Raute und ließen langsam aber sicher Elzach hinter uns. Am Ortsrand wurden wir schon von einer weitläufigen Wiese begrüßt, auf der wir zügig an Höhenmeter gewannen. Der Ort wurde langsam kleiner und die Aussicht schöner.

An der Weggabelung „Ob der Kirchhalde“ verließen wir den Weg mit der blauen Raute, um nun den Weg, welcher mit der gelben Raute markiert war, über den Wegpunkt „Am Tannwald“ hoch zum Blustweg zu gehen. Die gelbe Raute steht bei Wegen des Schwarzwaldvereins übrigens für örtliche Wanderwege, während die blaue Raute regionale Wanderwege markiert.

Am Blustweg erwartete uns noch ein schönes Christuskreuz und bald verließen wir den dichten Wald und wanderten durch weitläufige Wiesen hinunter in den Elzacher Ortsteil Reichenbach. Dort passieren wir das Gasthaus Richebächli, welches eine erste Möglichkeit zur Einkehr bietet. Jedoch ist es nach 3 gelaufenen Kilometern einfach noch zu früh für eine Einkehr, also setzten wir unseren Weg fort.


An den nächsten zwei Weggabelungen halten wir uns links und steigen wieder leicht bergan zum Wegpunkt „Eckle“. Von hier geht es wieder in den Wald hinein. Ich möchte erwähnen, dass wir bisher auf unserer Wanderung kaum Menschen getroffen haben, so dass wir die Natur in aller Stille genießen können. Wir hören die Bäume, wie sie durch den Wind sacht vor sich hin knarzen, oder die Vögel, die lauthals meckern, weil wir ihr Reich betreten haben. Als sich der Wald lichtet, eröffnet sich uns auf linker Seite erneut eine wunderschöne Aussicht zum Ortsteil Prechtal.
Entlang des Waldrandes kommen wir nun zum Wegpunkt „Bergle“ und erreichen langsam den Ortsteil Schrahöfe. Natürlich nicht ohne die Sicht über das Elztal genießen zu können.

In Schrahöfe passieren wir ein Kriegerdenkmal und müssen bei der Einmündung der Talstraße in die B294 diese überqueren. Hierzu verläuft einer kurzer Abschnitt entlang der Bundesstraße bis zur Elzbrücke. Dort überqueren wir die zum diesem Zeitpunkt wenig frequentierte Straße und folgen nun der Elz, um den Frischnauer Bach, nahe seiner Mündung, zu überqueren.

Der gelben Raute weiter folgend, gewinnen wir auf breiten Forstwegen wieder stetig an Höhe. An einem Wegkreuz halten wir uns links in Richtung Pfaffenkapelle. Von hier oben führt die Strecke über eine offene Feld- und Wiesenlandschaft und bietet erneut eine tolle Aussicht über das Elztal und den nahe gelegenen Bergzüge. Überall zirpt und zwitschert es.



Nach ca. 300 Metern halten wir uns links und kommen auf einen breiten Landwirtschaftsweg, der uns zur der schönen Valentin-Hütte bringt, welche verborgen am Wegesrand liegt. Eine schmucke, gepflegte Hütte mit einem tollen Vorgarten.



Nicht weit davon entfernt befindet sich die Fischerhütte Biederbach, mein ausgewähltes Ziel zur gepflegten Einkehr. Nach ca. 9 Kilometern in den Beinen ist dies genau der richtige Zeitpunkt. Die Fischerhütte Biederbach ist aus der 1973 gegründeten Fischerzunft hervorgegangen und verwöhnt nun Wanderer und andere Besucher, die ihre ruhige Lage zu schätzen wissen. Leider war genau an diesem Tag eine geschlossene Gesellschaft angekündigt, so dass die Fischerhütte für uns eigentlich nicht geöffnet hatte. Jedoch erlaubte uns das Servicepersonal, welches fleißig mit aufbauen beschäftigt war, ein Glas Sekt auf der Sonnenterrasse trinken zu dürfen. So konnte ich auf mein Jubiläum doch noch anstoßen. Die Fischerzunft hatte übrigens an diesem Tag ihr 50. Jubiläum zu feiern, ich glaube dass es dort abends richtig heiter zur Sache ging.


Ca. 100 Meter nach der Fischerhütte führt uns der Weg links in ein Waldstück zum Wegweiser „Wanne“, über das Bechererseck entlang der Goldenen Kopf-Hütte vorbei zum Goldenen Kopf. Am Goldenen Kopf steht ein großes Christuskreuz und man hat wieder mal eine tolle Sicht auf Elzach, welches nicht mehr allzu weit entfernt liegt. Das Christuskreuz ist eine Gedenkstätte für all jene, welche in den Jahren 1945 und 1946 durch den Beschuss der Alliierten ihr Leben verloren.

Ab dem Kreuz geht es auf einem schmalen Pfad über mehrere Kehren steil bergab bis zur Neunlindenkapelle. Die Kapelle wurde 1912 bis 1913 auf einer Anhöhe westlich der Stadt Elzach erbaut. Die Form des Bauwerks entspricht der eines griechischen Kreuzes. Die Kapelle zählt zu den Wahrzeichen Elzachs. Entlang eines Wassertretbeckens geht der Weg nun immer weiter bergab, bis wir im Ortskern ankommen. Hier entschieden wir uns noch zu einer weiteren Einkehr, um erneut mit einem Glas Sekt auf die Tour anstoßen zu können. Ich freue mich auf die nächsten 50. Wanderungen.
Informationen zur Wanderung:
Von Freiburg ist Elzach mit der Breisgau-S-Bahn (Linie S2) erreichbar. Elzach ist die Endhaltestelle der Linie 2. Wer mit dem Auto anreisen möchte, der nimmt ab Freiburg die B294 in Richtung Haslach. In Elzach in den Kreisverkehren jeweils den Wegweisern „Parken an der Elz“ folgen. Der Parkplatz ist unweit des Bahnhofs.
| Ausgangspunkt | Bahnhof Elzach, Bahnhofstraße, 79215 Elzach |
| Gesamtlänge | 12 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 3,5 Stunden |
| Anstiege | insgesamt 470 Höhenmeter |
| Schwierigkeitsgrad | mittel |
| Anforderung | gut zu gehende Wege, keine besonderen Vorraussetzungen notwendig. Die Höhenmeter verteilen sich gut auf der gesamten Strecke, dennoch ist eine gewisse Grundkondition nicht verkehrt |
| Einkehr | Auf der Strecke befinden sich das Gasthaus Richebächli (Reichenbach 5, 79215 Elzach) und die Fischerhütte Biederbach (Sonnhaldestraße 22A, 79215 Biederbach), welche beide zur gemütlichen Einkehr einladen. Ansonsten finden sich im Ortskern von Elzach viele Gasthäuser, Cafés oder Restaurants, welche eine große Auswahl an Speisen oder Getränke anbieten. Wir waren im Ort im Brauereigasthaus Löwen (Hauptstraße 54, 79215 Elzach). |