Wandern im Schwarzwald: Zur Burgruine Wiesneck

„Sich tragen lassen

zeugt von Ohnmacht,

gehen von Kraft.“

(Gottfried Seume)

 

Warum in die Ferne fahren, wenn es unweit des Wohnorts so viel zu entdecken gibt? Immer wenn man denkt, man kennt seine nähere Umgebung inzwischen recht gut, wird man eines besseren belehrt. Und das ist auch gut so, wie der Blogbeitrag beweisen wird.

Von unseren Heimfahrten aus dem Schwarzwald nach Freiburg fiel uns jedes Mal ein Fels auf, der auf einem Berg bei Buchenbach in Richtung B31 blickte und unsere Neugierde weckte. Daher beschlossen wir, diesem ominösen Felsen einen Besuch abzustatten. Im Rahmen der Tourenplanung fand ich jedoch nichts zu diesem Steinbrocken, aber entdeckte auf dem Tourenportal der Schwarzwald Tourismus GmbH eine kleine Rundwanderung zur Burgruine Wiesneck, welche mir bis dato völlig unbekannt war.

Mit den Fahrrädern ging es beim frühlingshaftem Kaiserwetter 17 Kilometer entlang des Dreisamtals zu unserem Startpunkt, dem Wanderparkplatz unweit des Sportplatzes im unteren Ibental. Der Parkplatz ist uns gut bekannt, so diente er bereits im vergangenen Jahr als Ausgangspunkt für eine wunderschöne Wanderung durch Ibental (https://daniparkerlifestyle.wordpress.com/2022/07/29/wandern-im-schwarzwald-rund-ums-ibental/).

 Am Grillplatz der am Spielfeld gelegenen Gummenwaldhütte halten wir uns links und gehen zügigen Schrittes den Berg hinauf in ein kleines Waldstück. Am Fuße des Berges befindet sich auf der anderen Seite ein großer Abenteuerspielplatz. Da man fürs Schaukeln nie zu alt ist, werden die Rucksäcke kurzentschlossen auf den Boden gelegt und die Schaukel ausgiebig getestet. Was für ein Spaß. 

 Am Ende des Spielplatz halten wir uns an der Kreuzung gerade aus, um dann an der nächsten Kreuzung links abzubiegen. Wir passieren einen kleinen Teich und kommen nun auf einem Pfad, welcher einen tollen Blick durch das Dreisamtal in Richtung Freiburg bietet.

kleiner, idyllischer Teich
Farbenpracht

Am Ende des Pfads erreichen wir die Friedrich-Husemann-Klinik, welche wir umrunden. Wir folgen dem Wanderweg auf einer kleinen Brücke, die den Wagensteigbach überquert und gelangen nun auf einen besonders idyllischen Teilabschnitt der Wanderung. Umsäumt vom Wagensteigbach auf der linken Seite und einem kleinen Kanal auf der rechten Seite, führt uns ein schmaler Pfad durch die ruhige Landschaft.

ruhiger Bachlauf des Wagensteinbachs

 Am Ende des Weges überqueren wir den Bach erneut und folgen dem Häuslemaierhofweg ein paar Meter bergauf. Schon bald zweigt ein schmaler Pfad rechts in den Wald ab. Mediterraner Kiefernduft liegt in der Luft.

schmaler Pfad entlang des Berghangs

In kleinen Zickzack-Linien schlängelt sich der Pfad bergauf. Plötzlich lichtet sich der Wald und wir erblicken eine Steinmauer, welche bereits zur Burgruine Wiesneck gehört. Beim Anblick der hohen Mauer stellen wir fest, dass wir von der B31 nie einen Felsbrocken gesehen haben, sondern Teile einer Burganlage. Mysterium gelöst.

Teile der Burgruine Wiesneck

Die Burg Wiesneck wurde 1079 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Verlauf der Zeit wechselte sie mehrfach den Eigentümer, wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Aufgrund ihrer Lage am Eingang des Höllentals, des Wagensteigtals und des Unteribentals war die Burg einst eine strategisch wichtige Festung, um die umliegenden Pässe zu überwachen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1644 von den Franzosen endgültig zerstört und diente in der Folge als Steinbruch für die Umgebung. Von der Burganlage sind abgesehen vom Eingangsbereich heute nur wenige Mauerreste erhalten. Allerdings ist an den Überresten von Vorburg, Hauptburg und Palas noch gut zu erkennen, dass es sich um eine der größeren Burganlagen der Region gehandelt hat. Und dies merkt man, wenn man im Halbkreis um die Ruine herum geht. Überall finden sich steinerne Zeitzeugen aus vergangener Zeit.

weitere Teile der Burgruine
Torbogen

Nachdem wir im Halbkreis um die Ruine herumgegangen sind, kommen wir nun zum Tor der Unterburg, durch welches wir die ehemalige Burganlage verlassen. 

Von hier führt uns ein breiter Forstweg leicht bergab in Richtung des Waldspielplatzes am Anfang unserer kleinen Wanderung. Von dort gelangen wir nun auch wieder zu unserem Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz bei der Gummenwaldhütte.

Die kleine Wanderung zur Burgruine Wiesneck ist trotz geringer Gesamtlänge abwechslungsreich und vielseitig und eignet sich gut für eine Familientour. Rund im die Burg ist der Weg teilweise etwas abschüssig, sodass eine solide Trittsicherheit nicht schadet.

Informationen zur Tour

Die Anfahrt mit den ÖNPV ist möglich, jedoch gestaltet sich dies an den Wochenenden schwerer. Für die Anfahrt mit dem ÖNPV nimmt man die S1 von Freiburg Hauptbahnhof nach Kirchzarten, dort den Bus 221 nach Unteribental/Wickenhof. Eine Anreise mit dem Auto oder mit dem Fahrrad wird empfohlen. Das Fahrrad kann auch im Zug mitgenommen werden.

AusgangspunktWanderparkplatz Gummenwald, Ibentalstr. 11, 79256 Buchenbach
Gesamtlänge4,6 Kilometer
ungefähre Dauer1:25 Stunden
Anstiegeinsgesamt 126 Meter Anstieg und 120 Meter Abstieg
Schwierigkeitsgradleicht bis mittel
Anforderunggut markierte und bequem zu gehende Wege, um die Burgruine teilweise abschüssig
Einkehrkeine

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