Wandern am Lago Maggiore: Auf den Sasso del Ferro

To walk in nature is to witness

a thousand miracles.“

~ Mary Davis ~

 

Der Sasso del Ferro, am Fuße der Stadt Laveno gelegen, ist ein 1.062 Meter hoher Berg, der aufgrund seiner prägnanten Formation von weiten Teilen des Lago Maggiore erkennbar ist. Auch zum Beispiel von Verbania aus, wo uns der Sasso del Ferro gleich ins Auge gesprungen ist.

Laut Kompass Wanderführer „Lago Maggiore“ bietet der Berg eine spektakuläre Aussicht bei kurzem Aufstieg. Das hört sich doch vielversprechend an. Und so sitzen wir in der Fähre, um von Verbania nach Laveno überzusetzen. Schon im Hafen des kleinen Städtchens Laveno entdecken wir auszugsweise die schneebedeckten Gipfel des Monte Rosa Massivs. Wie wohl die Aussicht auf dem Gipfel sein wird, wenn man die Berge vom Ufer schon so gut sieht?

Blick auf Laveno

Vom Hafen geht es zur Talstation der Seilbahn, die uns auf den Berg hinauf bringen soll. Beim Anblick der teils offenen Kabinen, rutscht mir das Herz eine Etage tiefer. Die Gondeln haben keine Sitzplätze und fassen nur zwei Personen, die stehen müssen. Nicht gerade ein leichter Start für jemanden, der dezent unter Höhenangst leidet. Die 16 minütige Fahrt, mit der von Einheimischen liebevoll Farbeimerbahn genannten Seilbahn, verläuft jedoch angenehmer als gedacht und so kann ich die Sicht auf den Lago Maggiore und die Walliser Alpen genießen.

Blick von der Bergstation auf Laveno und den kleinen Kabinchen

Oben auf der Poggio S. Elsa angekommen erwartet den Besucher ein Restaurant mit Sonnenterrasse. Von der Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick auf die Eisriesen des Monte Rosa Massivs. Die Dufourspitze, mit 4.634 Metern der höchste Gipfel des Massivs, ist gut zu erkennen. Auch der Blick auf den Lago und die Poebene ist wunderschön. Sogar Mailand und der Mont Blanc sind von hier oben in weiter Ferne zu sehen. Wir beschließen, diese Panoramaaussicht noch ein Weilchen zu genießen und bestellen uns ein Gläschen Wein.

Traumaussicht

Von der Bergstation aus, nehmen wir entlang des Bergkamms einen breiten Weg bergauf und erreichen nach kurzer Zeit den Gipfel. Auch dort hat man eine tolle Aussicht, die jedoch nicht mit der auf der Terrasse des Restaurants mithalten kann. Wir gehen den Weg am Kamm noch etwas weiter und erreichen bald darauf einen kleinen Grillplatz. Von dort zweigt ein kleiner, steiler und sehr schmaler Bergpfad ab, welcher uns auf felsigem Untergrund bergab führt. Als Orientierungspunkte sollen uns laut Wanderführer kleine rote Punkte den Weg weisen. Vielleicht lag es am Wein, aber die Punkte haben wir nicht gesehen und die Navigation am Handy wirkte auf uns auch nicht sehr zuverlässig (was auf der Tour noch des öfteren vorkam) und so folgten wir dem schmalen Trampelpfad intuitiv durch den Wald.

Ab durch den Wald

Irgendwann kommen wir zu einem breiten Wanderweg und entdecken die im Wanderführer genannten Steinmännchen, wir sind noch auf dem richtigen Weg. Bei der Abzweigung „Cittiglio“ halten wir uns rechts und folgen der nunmehr rot-weißen Markierung bis wir an den an der Ansiedlung Casere ankommen. Dort erwartet uns das Restaurant Gigliola, welches mit seiner tollen Sicht auf den Lago Maggiore zu einer Rast einlädt. Die Sonnenterrasse ist gut gefüllt, fröhliche Gespräche sind zu hören. Auch hier entscheiden wir uns für ein Gläschen Wein, man will ja schließlich die regionalen Gastronomen unterstützen und lassen unsere Seele baumeln.

Pilzdekoration
Der See ist überall in Sicht
Blick in eine kleine Kapelle

Nach einer ausgiebigen Pause setzen wir unseren Abstieg weiter fort. Kurz nach dem Restaurant beginnt ein gepflasterter Eselsweg. Hier wandern wir eine Weile bergab. Die GPS-Daten des Wanderführers der Firma Kompass, führen auch hier wieder völlig irr und ohne Logik durch die Gegend, weswegen wir uns stur an den Eselsweg halten. Irgendwann geht der steinige Weg in eine asphaltierte Straße, die Via Vararo, über. Die Via Vararo führt uns durch die kleine Siedlung Brenna hinab nach Laveno. Hier halten wir uns links auf die Via Caprera und passieren die kleine Kirche di San Rocco, ehe wir wieder an der Talstation der Funivia del Sasso del Ferro ankommen.

Die Wanderung hat gezeigt, dass man sich nicht immer auf die GPS-Daten verlassen soll, so hätten wir zum Beispiel in Brenna durch Häuser gehen müssen. Daher ist es immer wichtig, sich auf seine Wanderung vorzubereiten, auch den Wanderführer oder eine Papierkarte dabei zu haben. Blindlinks der Navigation des Handys oder Uhr zu vertrauen, kann schlimme Folgen haben. Sollte man sich unsicher sein, lieber einen Blick auf die Karte werfen und sich vergewissern, welcher der richtige Weg ist.

Informationen zur Wanderung

Die Anfahrt mit dem Auto erfolgt über die SP69 nach Laveno. Dort ist die Seilbahn (Funivia) angeschrieben. Von Verbania nimmt man die Autofähre und fährt von der Anlegestelle auf die SP69 auf. Abfahrt zur Seilbahn ca. 350 Meter nördlich des Hafens.


Laveno verfügt über einen Bahnhof, welcher zum Beispiel gut von Varese mit der Regionalbahn erreichbar ist. Busverbindungen entlang des Sees bestehen ebenfalls.

 

AusgangspunktFunivia, Via Don C. Tinelli 15, 21014 Mombello (Italien)
Gesamtlänge4,5 Kilometer
Ungefähre Dauer2:15 Stunden
Anstiegeinsgesamt 100 hm Aufstieg und 825 hm Abstieg
Schwierigkeitsgradmittel
AnforderungInsgesamt gut zu gehen, die groben, runden Steine des Eselsweg können bei Nässe sehr rutschig sein, gutes Schuhwerk und Trittsicherheit wird vor allem für den Abschnitt nach dem Gipfel empfohlen. 
EinkehrDas Restaurant „Funivia“ bietet im Außen- wie im Innenbereich eine traumhaft Aussicht. Die Speisekarte verspricht abwechslungsreiche Gerichte und lokale Spezialitäten. Auf dem Weg bietet sich das Restaurant „Gigliola“ zur Einkehr an. Dort gibt es Polenta, Antipasti und Pizza sowie weitere typisch italienische Gerichte. In der Nähe des Hafens und an der Uferpromenade von Laveno finden sich zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants. 

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