„In nature, nothing is perfect
and everything is perfect“
~ Alice Walker ~
Verbania liegt auf der italienischen Seite des Lago Maggiores in der Region Piemont. Wunderschön gelegen, wird die Stadt durch das Ufer des Lagos auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch sich immer höher aufbauende Berge umsäumt. Durch die malerische Kulisse und der schönen Altstadt, ist Verbania ein beliebter Ferienort, was ich absolut nachvollziehen kann.
Nach einem entspannten Tag am Ufer des Lago Maggiores mit Pizza und Wein, ist es Zeit das dolce vita für ein paar Stunden gegen aktive Erholung zu tauschen. Schnell sind die Wanderschuhe geschnürt und der Rucksack gepackt, die Vorfreude auf eine Wanderung am Hausberg Verbanias, dem Monte Rosso, ist groß.
Wir starten am kostenlosen Parkplatz des Friedhofs von Verbania und folgen der Via Arturo Farinelli Richtung Ponte Plusc, einer historischen Eisenbahnbrücke. Hier überqueren wir das Flussbett des Torrente San Bernadino. Viel Wasser führt der Fluss zu dieser Zeit nicht, so dass der steinige Untergrund gut sichtbar ist. Am Ende der Brücke halten wir uns links und biegen auf die Viale Giuseppe Azari ab.
Wir folgen der gut befahrenen Straße ca. 300 Meter und biegen dann rechts in die Via al Monterosso ab. In Kehren schrauben wir uns nun immer höher, die Sicht auf den Lago Maggiore und der gegenüberliegenden Seeseite wird immer spektakulärer.


Nach ca. einem Kilometer Aufstieg zeigt rechts ein unscheinbarer Trampelpfad ab, auf dem wir wieder zu der asphaltierten Straße gelangen. Dieser folgen wir erneut ein paar Meter, bis sich wieder ein kleiner Pfad am Wegesrand offenbart. Der schmale Weg verläuft nun steil bergauf und hilft uns, bei den ganzen Kurven etwas abzukürzen. Die Trampelpfade sind teilweise schlecht zu erkennen, da sie schon etwas zugewachsen sind, es heißt also die Augen offen zu halten.
Nach 2 Kilometern ist der erste Aufstieg geschafft, an einer großen Kreuzung halten wir uns links und folgen nun einem breiteren Weg. Die trockene Landschaft verströmt hier oben einen aromatischen Duft, es riecht nach Holz und Erde. Der Wanderweg verläuft nun eben am Berg entlang.

Nach ca. 1,3 Kilometern kommen wir an eine kleine Wegkreuzung. Hier biegen wir in einen weiteren unscheinbaren Trampelpfad links ab. Der Weg wird hier teilweise durch hohe Steinmauern begrenzt. Vielleicht handelt es sich um alte Schmugglerwege, auf denen die Schwarzhändler ungesehen durch den Wald gelangen konnten? Der schmale, verwunschene Pfad führt uns direkt in das kleine Örtchen Cavandone.

An der ersten Kreuzung im Bergdorf halten wir uns scharf links und kommen nun auf die Via Sardegna. Alte Steinhäuser und die typischen steinernen Straßen prägen das Ortsbild. Eine Katze liegt auf den warmen Steinen und erhebt sich andächtig, um uns willkommen zu heißen. In Cavandone erhaschen wir auch die ersten Blicke auf die mächtigen schneebedeckten Eisriesen des Monte Rosa Massivs.

Auf der Via Sargegna verlassen wir nun das Dörfchen und setzen unseren Weg auf bequem zu gehenden breiten Pfaden fort. Entlang des Weges passieren wir eine kleine Mariengrotte und ein riesiges Anwesen. Wer da wohl wohnt? Nach ca. einem Kilometer halten wir uns links und steigen steil auf einem weiteren Trampelpfad bergan. Es geht langsam Richtung Gipfel des Monte Rosso. Nach 500 Metern des Aufstiegs halten wir uns rechts und betreten wieder einen etwas breiteren Wanderweg, auf dem nach kurzer Zeit wieder ein kleiner schmaler Pfad links abgeht. Auf diesem kommen wir zu der wunderschönen kleinen Kapelle Chiesetta del Pellegrino, welche inmitten des Waldes gelegen ist.
Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel. Nach einem weiteren moderaten Aufstieg erreichen wir den 693 Meter hohen Gipfel des südlichsten Bergs der Tessiner Alpen. Hier oben befindet sich zudem ein Agriturismo mit ausschweifendem Gelände. Von der Terrasse des Agriturismo Monterosso hat man nochmal einen wunderschönen Weitblick auf den Lago Maggiore und dem Monte Rosa Massiv, wirklich traumhaft. Wir nutzen die ruhige Atmosphäre auf dem Gipfel für eine Rast im Schatten großer Bäume und genießen pane con prosciutto di Parma.


Nach unserer Pause verlassen wir das Gelände des Agriturismo auf dem Wanderpfad Sentiero dei Faggi und verlieren zügig an Höhenmetern. Nach ca. 700 Metern geht der Waldweg in die asphaltierte Via al Monterosso über. Wir folgen der Straße ein kleines Stück, bis wir an einem weiteren Aussichtspunkt ankommen. Hier nehmen wir einen kleinen Pfad, welcher sich auf linker Seite des aussichtsreichen Rastplatzes befindet und gehen in steilen Kehren weiter den Berg hinunter. Dort treffen wir auf den Weg, der uns vor ein paar Stunden den Berg hinaufgeführt hat. Auf bekannten Wegen geht es nun weiter bergab.
Nach ca. einem Kilometer zweigt ein leicht zugewachsener Pfad links ab und wir entschieden uns, von der asphaltierten Straßen abzugehen und dem Weg zu folgen. Wer keine Lust auf Abenteuer hat, folgt hier der breiten Via al Monterosse weiter den Berg hinab bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Wer dagegen nichts gegen ein bisschen off road einzuwenden hat, nimmt den kleinen Trampelpfad. Das Gras ist hier sehr hoch, teilweise geht es uns bis zu den Hüften und der Weg ist dadurch kaum zu sehen, es gilt also maximale Vorsicht beim gehen, denn der Abgrund rechts von uns fällt steil hinab in die Tiefe.

Langsamen Schrittes geht es nun ca. 1,2 Kilometer gerade aus, ehe eine scharfe Rechtskurve folgt. Wir biegen hier ab und gelangen auf den Wanderweg S4. Auch dieser ist nicht weniger zugewachsen, der Pfad wird wohl nicht oft begangen, oder in Verbania wird einfach nicht so viel Wegpflege geleistet, wie es z.B. im Schwarzwald der Fall ist. Auch hier finden wir hohes Gras, teilweise steinige und feuchte Abschnitte sowie eine Brücke, die nicht so ganz vertrauenerweckend aussieht. Einzeln und vorsichtig überqueren wir die Holzbretter und sind froh, als wir endlich das Ende des Pfades entdecken und in der Zivilisation ankommen.
Von hier überqueren wir auf der eisernen Brücke nochmal den Torrente San Bernardino, um zum Parkplatz des Friedhofs zu gelangen.
Informationen zur Wanderung:
| Ausgangspunkt | Parkplatz des Friedhofs, Via Arturo Farinelli, 28291 Verbania, Ortsteil Intra, Province of Verbano-Cusio-Ossola, Italien |
| Gesamtlänge | 14 Kilometer |
| ungefähre Dauer | 4 Stunden und 20 Minuten |
| Anstiege | 630 Meter Aufstieg und 630 Meter Abstieg, teilweise steile Passagen |
| Schwierigkeitsgrad | mittel, der letzte Abschnitt aufgrund der Wegbeschaffenheit mittelschwer |
| Anforderung | Insgesamt, bis auf die letzten 2,5 Kilometer, gut zu gehen, jedoch ist gutes Schuhwerk empfehlenswert. Trittsicherheit sowie eine solide Grundkondition sind ebenso erforderlich. |
| Einkehr | Während der Wanderung ist eine Einkehr im Agriturismo Il Monterosso möglich, ansonsten befinden sich entlang der Wegstrecke keine Einkehrmöglichkeiten |